Landgericht wies Schadenersatz wegen Falschberatung ab
Handelsvertreter Blog | 5. März 2012 — Vorgestellt von Rechtsanwalt Kai Behrens Am 25.03.2009 hatte das Landgericht Augsburg über die Klage eines Kunden zu entscheid…
War Ende 2005 zwischen einem der späteren Münchner Fußballsommermärchen-Heroen und einem Rechtsanwalt per Handschlag eine „umfassende Beratungs- und exklusive Vermarktungsvereinbarung“ abgeschlossen worden? Und sollten dem Rechtsanwalt nun über eine Million Euro an Schadensersatz zustehen, weil der Kicker das vertragliche Band kurzerhand zerschnitten und sich einem neuen Berater zugewandt hatte? Nein, urteilte heute die 20. Zivilkammer: Kein Beratervertrag – kein Schaden – kein Geld.
Aber der Reihe nach: Im Fußballgeschäft wimmelt es von Beratern und Spielervermittlern. In die Hände eines solchen (Berater Nr. 1) hatte sich auch unser Fußballheld begeben. Den wollte er dann allerdings wieder loswerden, womit er einen Rechtsanwalt beauftragte. Dieser Rechtsanwalt hatte aber noch mehr zu bieten: Ein Unternehmen zur Karriereplanung, Beratung und Management für Fußballprofis (Berater Nr. 2). Wer sollte unseren Kicker bloß beraten, wenn der alte Berater vor die Tür gesetzt war? Der Rechtsanwalt bot also die Dienste seines Fußballer-Betreuungs-Unternehmens an, um die Berater-Lücke zu schließen. Kein halbes Jahr, nachdem der Vertrag per Handschlag bis 2010 besiegelt worden sein soll, vermeldete der FC Bayern, besagter Spieler habe eine neue Beratungsagentur (Berater Nr. 3).
Schade um das schöne Geld, das hier mit Vertragsverlängerungen, Vereinswechseln oder Werbeverträgen zu verdienen gewesen wäre, dachte sich Berater Nr. 2 und verklagte den Fußballspieler – vorsichtshalber nur auf einen Teilbetrag von etwas über € 800.000. Der Fußballer seinerseits wollte allerdings von einer umfassenden Beratungs- und exklusiven Vermarktungsvereinbarung nichts wissen und bestand darauf, den Rechtsanwalt lediglich als solchen mandatiert zu haben, um Berater Nr. 1 loszuwerden.
Nachdem man nichts Schriftliches aufgesetzt hatte – womit man übrigens, wie sich jetzt zeigte, schlecht beraten war – hatte das Gericht zu klären, ob es den behaupteten Handschlag gegeben hatte oder sich der Vertragsschluss aus anderen Indizien würde herleiten lassen. Während der Beklagte und dessen Bruder dem Gericht glaubhaft versicherten, es habe den Handschlag nicht gegeben, versicherte der Rechtsanwalt auf der Gegenseite nicht minder glaubhaft das Gegenteil. Auch die Indizien brachten die Klägerin, die den Vertragsschluss zu beweisen hatte, aus Sicht des Gerichts in keine bessere Position:
Reicht es zur Annahme des Vertragsschlusses – so musste sich das G…
» Vollständiger ArtikelErschienen 2. Dezember 2009 auf http://www.ferner-alsdorf.de.
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