Versuchter Mord mit Gaspistole

Die Staatsanwaltschaft geht von einer Tat aus Eifersucht und Hass aus, der Angeklagte will sich nur Sorgen um seine Kinder gemacht haben: Unter anderem wegen versuchten Mordes sitzt ein 29-jähriger Würzburger seit Dienstag vor dem Schwurgericht auf der Anklagebank. Er hat in Kitzingen aus kurzer Entfernung mit einer Gaspistole auf den neuen Partner seiner Ehefrau geschossen. Der Knackpunkt des ganzen Verfahrens: Nach seiner Verhaftung gab der 29-Jährige bei der Polizei und auch vor dem Ermittlungsrichter zu Protokoll, er habe die Gaspistole für eine echte Waffe gehalten. Der schuss war nicht lebensgefährlich, aus seiner Sicht drückte der Angeklagte aber ab, um seinem Nebenbuhler aus kurzer Distanz eine Kugel in den Kopf zu schießen. „Ich konnte in dieser Situation keinen klaren Gedanken mehr fassen. Ich zielte auf ihn und drückte ab. Es war mir egal, was mit ihm passiert“, teilte der Angeklagte zum Prozessauftakt über seinen Verteidiger Hanjo Schrepfer mit. Vorausgegangen war eine körperliche Auseinandersetzung zwischen ihm und dem neuen Freund seiner Ehefrau. „Mein Mann hatte mir vorher schon sehr oft gedroht, dass ich es schwer haben werde, wenn ich einen neuen Freund habe“, so die Frau, die ansonsten von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte. Getrennt lebt das Paar schon seit ein paar Jahren, auch der Angeklagte hat längst eine neue Freundin, die vor zwei Wochen das zweite gemeinsame Kind zur Welt brachte. Er wohnt in Würzburg, seine Noch-Ehefrau mit den beiden ehelichen Kindern in Kitzingen. Dort war auch regelmäßig der neue Freund zu Besuch, von dem der Angeklagte nichts wissen durfte. Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft erfuhr er mitte April aber doch von dem Nebenbuhler und ließ sich von einem Kumpel nach Kitzingen fahren, um seiner Eifersucht freien Lauf zu lassen. Als auf sein Klingeln nicht geöffnet wurde, trat der 29-Jährige die Wohnungstür ein, stürmte ins Wohnzimmer und ging auf den Freund seiner Frau los. Doch der hatte sich vorbereitet: „Als die Tür rausflog, wusste ich, da passiert etwas“, sagte der Bürokaufmann im Zeugenstand. Er holte aus seinem Rucksack eine Gaspistole und führte ein magazin mit zwei Tränengaspatronen ein. Die Waffe hatte sich der 28-Jährige gebraucht besorgt, weil die Frau des Angeklagten „mich immer wieder gewarnt hat, vorsichtig zu sein“. Allerdings wollte er die Waffe, die wie echt aussah, nach eigenen Worten nicht einsetzen: „Ich hätte nur geschossen, wenn er mich mit einem Messer oder Baseballschläger angegriffen hätte.“ Die abschreckung funktionierte nicht, der Angeklagte stürzte sich trotzdem auf den 28-Jährigen, entriss ihn die Waffe und …

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Themen: Hass , Versuchter Mord , Eifersucht , Gaspistole Gebraucht

Erschienen 11. Dezember 2008 auf http://www.woetzel-online.info/.

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