Versteckte Provisionen bei Fonds: Gerichte eröffnen Möglichkeiten zur Rückabwicklung...

Wissen Sie, wie viel Provision Ihre Bank oder Ihr Finanzberater dafür erhalten hat, dass er Ihnen die Beteiligung an einem Fonds schmackhaft gemacht hat? Bei Investmentfonds winken Provisionen von 2,5 bis 5 Prozent. Bei Beteiligungen an Immobilien-, Schiffs, Windkraft-, Solar-, Biogas- oder Lebensversicherungsfonds fließen Abschlussprovisionen von bis zu 8 Prozent der Beteiligungssumme, zusätzlich zum Agio von meist 5 Prozent versteht sich. Bei der Anlage von 100.000 Euro, beispielsweise in einen Immobilienfonds, ergibt das eine Provision von 13.000 Euro. Angesichts dieses ganz erheblichen Eigeninteresses Ihres Beraters erscheint Ihnen sein Engagement, als er Ihnen zur Investition in einen Fonds riet, möglicher Weise in einem ganz neuen Licht. Banken, wie alle Finanzdienstleister, haben ihre Kunden über diese lukrativen Provisionsgeschäfte regelmäßig nicht aufgeklärt. Für die getäuschten Kunden erweist sich dies nun als Glücksfall. Deutsche Gerichte gehen gegen versteckte Provisionen bei Geschäften mit Privatanlegern vor, für die geprellten Kunden steigen die Chancen, Schadensersatz zu erhalten. Der Bundesgerichtshof stellte in einer jüngst ergangenen Entscheidung fest, dass eine Bank verpflichtet ist, ihren Kunden, den sie in Bezug auf eine Geldanlage berät, darauf hinzuweisen, dass und in welcher Höhe sie für den Abschluss der von ihr empfohlenen Medienfondsbeteiligung Provisionen erhält. Das Landgericht München I verurteilte eine Bank zu Schadensersatz die ihren Kunden nicht darüber aufgeklärt hat, welche Provisionen sie durch die Beratung zur Zeichnung einer Immobilienfondsbeteiligung erhalten hat. Für die Gerichte ist klar: Eine Bank muss im Rahmen ihrer Beratung den Anleger darüber aufklären, dass sie ein ganz erhebliches eigenes finanzielles Interesse daran hat, dass er sein Geld in das empfohlenen Anlageprodukt investiert. Denn dieses Provisionsinteresse der Bank steht in erheblichem…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches

Themen: Banken , Landgericht , Immobilien , Immobilienfonds , Deutsche Gerichte , Biogas , Windkraft

Erschienen 24. Februar 2009 auf http://bankundkapitalmarktrecht.twoday.net/.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Bvt Fonds: BVT-Fonds: Bank muß Anleger Schadenersatz wegen verschwiegener Provisionen bezahlten

bankundkapitalmarktrecht | 19. Februar 2009 — Wie viele andere hatte Rudolf T. sich in den vergangen Jahren von seiner Bank beraten lassen und verschiedene Beträge zur Altersvo…

Filmfonds – Schadensersatzanspruch wenn Bank nicht über die konkrete Höhe Ihrer Vermittlungsprovision aufklärt

KAPITAL-RECHTINFO | 17. November 2010 — Das Oberlandesgericht München hat mit Urteil vom 02.08.2010 entschieden, dass eine Bank Ihre Kunden über die konkrete Höhe der Pro…

VIP Medienfonds (VIP 3 und VIP 4): Commerzbank zu Schadenersatz verurteilt, weil...

bankundkapitalmarktrecht | 27. Februar 2009 — Der Bundesgerichtshof (BGH) hat eine Beschwerde der Commerzbank AG gegen eine Entscheidung des Oberlandesgerichts München (OLG) zu…

MPC Sachwert Rendite-Fonds Indien GmbH & Co. KG: SEB AG muss Anleger Schadensersatz...

bankundkapitalmarktrecht | 11. September 2011 — Das Landgericht Lübeck hat einem Kunden der SEB AG mit Urteil vom 10. August 2011 Schadensersatz wegen fehlerhafter Anlageberatung…

Anlageberatung: Banken haften beim Verkauf von Lebensversicherungen nach Kick-back Rechtsprechung

KAPITAL-RECHTINFO | 27. Juni 2011 — Die Vertriebswege der Kreditinstitute nutzen zu können, ist für Versicherer äußerst interessant. So erhalten sie direkten Zugang z…

MPC Rendite-Fonds Britische Leben plus II GmbH & Co. KG: SEB AG muss Anleger...

bankundkapitalmarktrecht | 11. September 2011 — Das Landgericht Lübeck hat einem Kunden der SEB AG mit Urteil vom 10. August 2011 Schadensersatz wegen fehlerhafter Anlageberatung…

BGH zu „kickbacks“: Bank muss bei geschlossenen Fonds ungefragt über Vertriebsvergütung...

bankundkapitalmarktrecht | 7. Juni 2011 — Klare und deutliche Worte zur Frage, wie Banken über Vertriebsprovisionen aufzuklären haben, kamen jetzt vom Bundesgerichtshof. In…

Hannover Leasing Fonds Nr. 177 – Maritime Werte 3: Klage gegen Sparkasse auf Auskunft...

bankundkapitalmarktrecht | 28. April 2011 — Mathias Nittel Rechtsanwalt | Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Für einen Anleger des Schiffsfonds Hannover Leasing Fond…

Beraterhaftung: Bundesgerichtshof entscheidet zur Aufklärungspflicht von freien Anlageberatern

KAPITAL-RECHTINFO | 14. Mai 2010 — Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass AWD-Berater in der Regel nicht ungefragt über die Tatsache aufklären müssen, dass sie …

Lehman-Zertifikate: Bank muss auch über „übliche“ Provisionen auf Heller und Pfennig genau aufklären

KAPITAL-RECHTINFO | 19. November 2009 — Die Bank war in dem Irrglauben, dem Anleger die genaue Höhe ihrer Provisionen - auch kick-back genannt - verschweigen zu können. D…