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Verschiebe nichts auf morgen, was du auch auf übermorgen verschieben kannst

am 16.04.2006 von http://www.strafblog.de

Sigrid Neudecker hat im SPIEGEL einen lesenswerten Beitrag zu einem Thema geschrieben, das mir und vielleicht auch manchen meiner Blogleser bekannt vorkommen mag. Unter dem Obertitel Psychologie des Aufschiebens beschäftigt sich die Autorin mit einem Phänomen, das wissenschaftlich Prokrastination und etwas populärer auch Aufschieberitis genannt wird. Sich vor anstehenden Aufgaben oder wichtigen Dingen zu drücken, ist einerseits etwas ganz Natürliches, kann sich aber auch zu einer ernsthaften Störung mit Krankheitswert entwickeln. Von leichten Fällen, bei denen man sich jeden Tag erneut vornimmt, heute endlich den Schreibtisch aufzuräumen oder den Zaun zu reparieren, über monatelange Versäumnisse, z. B.endlich das ungeliebte Abo abzubestellen, das nur unnötig Geld kostet, bis hin zu Versäumnissen, die sich über Jahre erstrecken können und nachher zum Selbstläufer werden - Beispiel: der ewige Student, der auch mit Ende 30 noch nicht das Examen gemacht hat - die Aufschieberitis hat viele Erscheinungsformen. Gar nicht zu reden übrigens von dringend nötigen privaten Entscheidungen, die oft ad infinitum aufgeschoben werden, obwohl das Bewusstsein stets präsent ist, dass es so nicht weitergehen kann (was aber nicht Thema des Beitrags ist.)

Sigrid Neudecker analysiert das Phänomen auch am eigenen Beispiel (sie ist ein mittelschwerer Fall), beschreibt verschiedene Typen von AufschieberInnen, zieht wissenschaftliche Analysen heran und zeigt Lösungswege auf, die sie bei ihren Studien herausgefunden hat.

Köstlich der letzte Absatz ihres Beitrags:

Epilog: Ich wollte hier auch noch das Gefühl beschreiben, wie es ist, endlich alle Unterlagen beim Steuerberater abgegeben zu haben. Es hat leider nicht mehr ganz funktioniert. Ich wollte wirklich, aber man kommt ja zu nichts. Doch sobald ich hier den letzten Punkt getippt habe, setze ich mich dran! Versprochen!

Na, dann ...

Autor: RA Rainer Pohlen

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