Vermeintliches Erbe: Neffe veruntreut 118.000 Euro
Das Vertrauen eines alten Ehepaares nutzte ein 56 Jahre alter Würzburger, um von den Konten der Senioren über 118.000 Euro abzuzweigen. Am Dienstag wurde der Mann vom Amtsgericht wegen Untreue in 126 Fällen zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt.
Innerhalb von 14 Monaten hatte er in 126 Einzelabhebungen bis zu einer Höhe von 1.000 Euro das Geld auf die Seite geschafft und später gewinnbringend angelegt. Seine Opfer waren die eigene Tante und deren Ehemann, beide bereits weit über 80 Jahre alt und gebrechlich. „Meine Frau und ich haben uns um die beiden gekümmert. Die ganze Sache tut mir sehr leid“, sagte der Angeklagte.
Es sei damals „im Gespräch“ gewesen, dass er von dem Senioren-Paar, das einen sechstelligen Betrag angespart hatte, als Erbe eingesetzt wird. Das nahm der 56-Jährige zum Anlass, sich mit Hilfe einer Konotvollmacht und der Bankkarte immer wieder am Geldautomaten zu bedienen: „Aber ich habe keinen Cent ausgegeben. Ich wollte mit dem Geld eine Eigentumswohnung kaufen.“ Das war sein Glück, denn so konnte er einen Großteil der veruntreuten Beträge zurückzahlen, als die ganze Sache aufflog.
Irgendwann fielen einer Kontenbetreuerin des Ehepaares die zahlreichen Abhebungen auf, Ermittlungen wurden eingeleitet, ein Haftbefehl erlassen, die Wohnung des Angeklagten durchsucht. „Das war schon eine ungeheuerliche Tat mit großer krimineller Energie: Vorne herum tun sie freundlich, und hinten herum räumen sie die Konten ab. Eine extreme Unverfrorenheit und Scheinheiligkeit“, sagte Richterin Barbara Landgraf. Die Tante des 56-Jährigen ist inzwischen verstorben, zu ihrem Ehemann darf er keinen Kontakt mehr aufnehmen: „Erben werde ich jetzt auch nichts mehr“, sagte der 56-Jährige.
Vorbestraft war er bisher nicht, deshalb konnte die zweijährige Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden. Schwerer treffen den Angeklagten die fin…
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