Verkehrsgerichtstag 2010: Gelungene Lobbyarbeit der MPU-Psychologen
Die sog. "Nachlese" zum Verkehrsgerichtstag ist eigentlich immer ein wenig spröde. In vielen Zeitschriften findet man in Aufsatzform
umgearbeitete Vorträge, die anlässlich des VGT gehalten wurden. Selten aber findet sich eine Kritik wie die des geschätzen RA
Hillmann aus Oldenburg, der am Ende seines Beitrags in DAR 2010, 129 deutlich kritische Worte für die Ergebnisse des Arbeitskreises
VI findet. Offenbar hatten nämlich die Verkehrspsychologen, die MPU`s durchführen mit einem 70%-Anteil an dem Arbeitskreis alle
in der Hand. Hierdurch haben
sie vor allem klare und von vielen erwartete und erhoffte Entschließungen zur Überprüfbarkeit der MPU und vor allem zur
Überprüfbarkeit der MPU-Tester vereitelt. Hillmann: "Sämtliche Entschließungen sind solche, die den Wünschen und Vorstellungen der
MPU-Psychologen entsprachen."
Zur Erinnerung hier nochmals die Empfehlungen:
1. Das System der medizinisch-psychologischen Begutachtung der Kraftfahrereignung ist ein wichtiges
und bewährtes Instrument zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit und zur Erhaltung der Mobilität
des Einzelnen.
2. Im Rahmen der Fahreignungsbegutachtung kommt der Exploration zentrale Bedeutung zu. Diese
diagnostische Methode ist unter Berücksichtigung des aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstandes
weiterhin kontinuierlich zu verbessern.
3. Die Zulassung von Testverfahren im Rahmen der Fahreignungsbegutachtung sollte geregelt werden.
Die Prüfung der Güte der Testverfahren soll durch ein unabhängiges wissenschaftliches Gremium
anhand eines angemessenen Testbeurteilungssystems erfolgen.
4. Die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Überprüfung der Fahreignung sollte regelmäßig wissenschaftlich
überprüft und die Ergebnisse sollten veröffentlicht werden.
5. Rehabi…
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