Verhungertem Kind den Kopf abgeschnitten: 7 Jahre Haft für Pervins Mutter
am 31.03.2006 von http://www.strafblog.de
Die Mutter der verhungerten dreijährigen Pervin ist heute vom Landgericht Düsseldorf zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren verurteilt worden. Das berichtet faz.net über das Ende des mehrwöchigen Prozesses. Die Angeklagte, die als Internet-Stripperin arbeitete, hatte das Kind verhungern lassen und der Leiche dann den Kopf und andere Gliedmaßen abgeschnitten und die Körperteile mehr als 2 Jahre lang in einer Kiste auf dem Balkon verwahrt. Die Tat war anlässlich einer Zwangsräumung der Wohnung entdeckt worden, weil das Jugendamt das Kind vermisste und Nachforschungen anstellte. Zu diesem Zeitpunkt war die Leiche aber schon mit dem Hausmüll entsorgt worden. Die 27-jährige hatte bei der Polizei zunächst ein Geständnis abgelegt und ausgesagt, sie hätte keine Krankenversicherung und auch kein Geld für den Arzt gehabt, als das Kind die Nahrung verweigerte und immer schwächer wurde. Im Prozess hatte sie ihr Geständnis zunächst widerrufen, dieses dann aber gegen ende des Verfahrens wiederholt. Die Verurteilung erfolgte wegen Totschlags durch Unterlassen.
Psychiater und Psychologen beschrieben die Angeklagte faz.net zufolge als gefühlskalt und egozentrisch mit Zügen einer Psychopathin. Während des vier Monate dauernden Prozesses habe sie Kaugummi kauend auch bei grausamen Details völlig teilnahmslos gewirkt und keinerlei Reue gezeigt.
Unklar sei die Rolle des Kindesvaters geblieben, der den Tod der Tochter zwei Jahre lang nicht bemerkt haben will. Seine Frau habe immer Ausflüchte gebraucht und ihn vertröstet oder mit Drohungen zum Schweigen gebracht (???), wenn er nach dem Kind gefragt hätte.
Das Urteil ist wohl aufgrund allseitigen Rechtsmittelverzichts rechtskräftig geworden.
Autor: RA Rainer Pohlen
Kanzlei POHLEN + MEISTER
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