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VERHÄLTNISMÄSSIGKEIT

am 06.04.2006 von http://oby.de

Vorletzte Woche bestellte ich spontan einen neuen Bürodrehstuhl, der auch prompt am nächsten Tag geliefert wurde. In wenigen Minuten hatte ich die vier Einzelteile zu einem Bürostuhl zusammengesetzt. Ich nahm Platz. Enttäuscht stand ich sofort wieder auf und wusste, ich würde mein vertraglich zugesichertes 14-tägiges Rückgaberecht ausüben. Ein Anruf genügte. Leider gelang mir die entgegengesetzte Zerlegung des Bürodrehstuhls in seine vier Einzelteile nicht. Am nächsten Morgen musste das Transportunternehmen unverrichteter Dinge von Dannen ziehen. Die Versandbedingungen setzen ein komplett verschlossenes Frachtgut voraus. Mein zweiter Anruf beim Bürobedarfshändler bewirkte, dass man mir per Telefax eine Demontageanleitung überreichte. Ein umsichtiges Unternehmen hätte sofort darauf aufmerksam gemacht. Nicht so der Bürodiscounter, den ich zum Vertragspartner hatte.
Zu allem Überdruss konnte ich mit der Demontageanleitung den Bürodrehstuhl noch immer nicht vollständig auseinander nehmen. Die Rückenlehne ließ sich nicht von der Sitzfläche trennen. Kein Bild, kein Wort in der Demontageanleitung enthielten einen Hinweis auf eine Lösung. Damit nicht genug, mehrere Anrufe beim kostenpflichtigen Call-Center endeten nach kurzer Warteschleifenmusik und einem Verbindungsversuch stets im Äther. Dumm und/oder nett wie ich bin, schickte ich ein Telefax. Nachdem dieses fast eine Woche unbeantwortet blieb, rief ich ein letztes Mal beim Bürobedarfsdiscounter meiner Alpträume an. Zwei wenig kompetente Call-Center-Girls schilderte ich meine Geschichte, um endlich mit einer erfahrenen Dame verbunden zu werden. Die Frau hatte neben der erwähnten Erfahrung auch die Blöße zu sagen, dass die Abholung des Bürodrehstuhls mehr als der Stuhl selber kosten würde. Daher solle ich Gewalt anwenden, um den Stuhl zu zerlegen. Die zerstörten Ersatzteile …

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