Vorratsdatenspeicherung grundsätzlich zulässig
Anwalt bloggt | 2. März 2010 — In seiner Entscheidung vom 2. März 2010 hat das Bundesverfassungsgericht in den Verfahren 1 BvR 256/08, 1 BvR 263/08 und 1 Bv…
Nicht selten wird die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 02.03.2010 (BVerfG, 1 BvR 256/08, 2.3.2010) zur Vorratsdatenspeicherung als letztes Mittel herangezogen, um sich aus der Verantwortung zu stehlen, nachdem „erfolgreich“ auf Tauschbörsen urheberrechtlich geschütztes Material „getauscht“ wurde.
Hierbei wird übersehen, dass das Bundesverfassungsgericht die Datenspeicherung nicht per se für verfassungswidrig erachtet :
“ Zusammenfassend ist eine sechsmonatige Speicherung der Telekommunikationsverkehrsdaten in dem vom Gesetzgeber in § TKG § 113a TKG § 113A Absatz I–TKG § 113A Absatz VIII TKG vorgesehenen Umfang unter den gegenwärtigen Umständen nicht von vornherein unverhältnismäßig. Für ihre verfassungsrechtliche Unbedenklichkeit ist allerdings Voraussetzung, dass die Ausgestaltung der Speicherung und der Verwendung der Daten dem besonderen Gewicht einer solchen Speicherung angemessen Rechnung trägt.“
Die Verfassungswidrigkeit der konkreten Ausgestaltung der betreffenden Regelungen bedeutet selbstverständlich nicht, dass grundsätzlich keine Daten gespeichert werden dürften:
„Die Ausgestaltung einer vorsorglichen Telekommunikationsverkehrsdatenspeicherung, wie sie in § TKG § 113a TKG vorgesehen ist, unterliegt besonderen verfassungsrechtlichen Anforderungen insbesondere hinsichtlich der Datensicherheit, des Umfangs der Datenverwendung, der Transparenz und des Rechtsschutzes. Nur wenn diesbezüglich hinreichend anspruchsvolle und normenklare Regelungen getroffen sind, ist der in einer solchen Speicherung liegende Eingriff verhältnismäßig im engeren Sinne.“
Siehe hierzu insbesondere auch die abweichenden Meinungen der beteiligten Verfassungsrichter Schluckebier und Eichberger.
Dies vorweg kann nur der Wunsch, im Internet einen (urheber-) rechtsfreien Raum zu schaffen, Vater des Gedanken sein, auch die Providerauskunft nach § 101 Abs.1 bis 4 und 9 UrhG sei verfassungswidrig und die Daten nicht verwertbar.
Dem hat das OLG Köln folgerichtig auch in seiner neusten Entscheidung (Beschluss v. 21.07.10, Az.: 6 W 79/10) eine klare Absage erteilt:
„Fehl geht die Beschwerde aber, soweit sie annimmt, aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 02.03.2010 (a.a.O.) ergebe sich, dass der Zugriff auf die Telekommunikationsdaten des Beschwerdeführers im Streitfall unzulässig gewesen sei. Rechtsgrundlage der Provider-Auskunft über seine Identität waren nicht die vom Bundesverfassungsgericht für nichtig erklärten §§ 113a und 113b TKG sowie (teilweise) § 100g StPO, sondern – wie im angefochtenen Beschluss zutreffend näher ausgeführt – § 101 Abs. 1 bis 4 und 9 UrhG, wonach Internet-Service-Provider und ähnliche Dienstleister bei offensichtlicher Verletzung eines nach dem UrhG geschützten Rechtes in gewerb…
» Vollständiger ArtikelErschienen 27. Oktober 2010 auf http://www.lampmann-behn.de/blog/index.html.
Anwalt bloggt | 2. März 2010 — In seiner Entscheidung vom 2. März 2010 hat das Bundesverfassungsgericht in den Verfahren 1 BvR 256/08, 1 BvR 263/08 und 1 Bv…
Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 3. März 2010 — BVerfG, Urteil vom 02.03.2010, Az. 1 BvR 256/08, 1 BvR 263/08, 1 BvR 586/08Art. 10 Abs. 1 GG; §§ 96; 113a; 113b TKG; § 100g StP…
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medien-gerecht | 19. März 2008 — Bei der teilweisen Stattgabe der einstweiligen Anordnung gegen die Vorratsdatenspeicherung hat das Bundesverfassungsgericht e…
Beckmann und Norda Rechtsanwälte Bielefeld | 19. März 2008 — Das Bundesverfassungsgericht hat mit Beschluss vom 11.03.2008 – 1 BvR 256/08 – dem Eilantrag gegen die in § 113a und § 113 b TKG g…
legal future | 2. März 2010 — Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) in Karlsruhe hat mit seinem heutigen Urteil die Vorratsdatenspeicherung (VDS) im vollem U…
Internet-Law | 16. Februar 2011 — Der BGH hat mit Beschluss vom 04.11.2010 (Az.: 4 StR 404/10) entschieden, dass Verkehrsdaten, die aus der Vorratsdatenspeicheru…
Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 22. Februar 2010 — BVerfG, [Urteil vom 03.03.2010]; Az. 1 BvR 256/08; 1 BvR 263/08; 1 BvR 586/08 Art. 14 GG; § 113a TKG; § 100g StPO Das BVe…
Beckmann und Norda Rechtsanwälte Bielefeld | 2. März 2010 — Bundesverfassungsgercht vom 2. März 2010 - 1 BvR 256/08 - - 1 BvR 263/08 - - 1 BvR 586/08 - Vorratsdatenspeicherung´ Das Bundesver…
kLAWtext | 2. März 2010 — Kaum war das Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) in Sachen Vorratsdatenspeicherung gesprochen (hier die Pressemitteilung…
1. Dem Inhaber eines Internetanschlusses steht im urheberrechtlichenAuskunftsverfahren gemäß § 101 Abs. 9 UrhG ein Beschwerderecht zu. Dem steht