Sicherheitsbehörden warnen vor Anschlägen in Deutschland
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Berlin (Reuters) - Der Bundesverfassungsschutz hat vor islamistischen Anschlägen gewarnt.
"Die Gefahr ist sehr groß, dass in Deutschland ein Terroranschlag durch Islamisten verübt wird", sagte Verfassungsschutzpräsident Heinz Fromm dem "Hamburger Abendblatt" (Sonnabendausgabe) einem Vorabbericht zufolge. Die kürzlich im Internet verbreiteten Drohvideos in deutscher Sprache belegten, dass "Anschläge gegen unser Land vorbereitet werden". Es sei nahe liegend, dass das Extremistennetzwerk Al-Qaida den Bundestagswahlkampf nutzen wolle, um einen Abzug aus Afghanistan zu erzwingen.
In Deutschland lebten mehrere hundert möglicherweise gefährlich radikalisierte Personen, sagte Fromm. Die Zahl liege im hohen dreistelligen Bereich. Darunter seien viele eingebürgerte Deutsche und auch Konvertiten. Der Präsident rief die muslimische Gemeinschaft zur Kooperation mit Verfassungsschutz und Polizei auf. "Wenn auffällt, dass sich junge Leute radikalisieren, sollte das gemeldet werden." Eine für diesen Zweck eingerichtete Hotline des Verfassungsschutzes werde bisher so gut wie nicht genutzt.
Der Krieg im Gazastreifen habe die Anschlagsgefahr in Deutschland zusätzlich vergrößert, warnte Fromm. Die Kampfhandlungen und die Berichterstattung vor allem in arabischen Medien hätten neuen Hass produziert. "Unsere Sorge ist, dass Palästinenser und andere Muslime sich zu spontanen Übergriffen in Deutschland veranlasst sehen könnten." Die ohnehin bestehende Gefahr für israelische und jüdische Einrichtungen habe sich weiter erhöht.
Erschienen 31. Januar 2009 bei http://www.reuters.com.
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