Verdi fordert wegen Schlecker Überprüfung von Leiharbeit

Hamburg (Reuters) - Die Gewerkschaft Verdi verlangt wegen des Vorgehens der Drogeriekette Schlecker eine generelle Überprüfung der Regeln für Leiharbeit.

"Der skandalöse Versuch von Schlecker, die Allgemeinheit für sein eigenes Lohndumping zur Kasse zu bitten, macht deutlich welcher Handlungsbedarf in der Gesellschaft besteht", sagte Gewerkschaftschef Frank Bsirske der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Die Gewerkschaften fordern seit längerem, dass Leiharbeiter bei gleicher Tätigkeit wie ihre festangestellten Kollegen bezahlt werden.

"Bei Schlecker kommt hinzu, dass er ein Lohnniveau erreichen will, dass praktisch Hartz-IV entspricht", monierte der Verdi-Chef. Die Gewerkschaft wirft Schlecker vor, Tausende Mitarbeiterinnen entlassen zu haben, um sie mit hohen Lohnabschlägen in neuen XL-Filialen als Leiharbeiterinnen zu beschäftigen. Nach einem öffentlichen Proteststurm hatte die Drogeriekette erklärt, keine neuen Verträge mehr mit der Leiharbeitsfirma Meniar abzuschließen.

Bsirske verwies auf ähnliche Vorgänge in anderen Branchen. So stelle die Uniklinik Essen Personal mit Ausnahme des ärztlichen Bereichs nur noch über eine von ihr gegründeten Leiharbeitsfirma ein. Die Löhne längen 200 bis 400 Euro im Monat unter dem Tariflohn. Diese Beschäftigten erhielten weder eine betriebliche Altersversorung noch Weihnachts- und Urlaubsgeld. Ein Kliniksprecher wollte sich mit Verweis auf die laufende Schlichtung nicht äußern.

Der Verdi-Chef begrüßte, dass Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen die Praxis bei Schlecker überprüfen wolle. Die CDU-Politikerin will der Frage nachgehen, ob Schlecker Gesetze umgangen oder Schlupflöcher genutzt hat.



Quelle: Reuters (12. Januar 2010)

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Themen: Germany , Cdu , Hartz IV , Hamburg , Gesetze , Western Europe , Europe , German General News , Domestic Politics , Central And Eastern Europe , Labour; Employment; Unemployment , 400 Euro , General News , Schlecker , Leiharbeit , Politics International Affairs And Law , Schlecker 400 Euro Basis

Erschienen 12. Januar 2010 bei http://www.reuters.com.

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