Verbrecherjagd mit Street View
Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt ist immer für einen Knaller gut. Ich empfehle die Suchfunktion.
Logisch, dass Wendt auch was zu Googles Street View zu sagen hat. Das tat er gestern in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung:
Es ist rechtlich unklar, ob eine virtuelle Streifenfahrt möglich ist.
Ich hatte mir am Wochenende auf Twitter folgende Aussage erlaubt:
Wenn ihr im Urlaub seid, könnt ihr mit Street View sehen, ob euer Haus noch steht.
98 Prozent der Follower haben den verstanden. Bei den
letzten zwei Prozent bin ich mir nicht sicher, ob sie Street View wirklich für eine Art globaler Google-Webcam halten oder einfach
nur trocken zurückfeuerten.
Rainer Wendt hätte den Spruch wahrscheinlich geglaubt. (Zum Glück ist er nach meiner Kenntnis nicht auf Twitter; womöglich wegen der
komplizierten Anmeldeprozedur.) Immerhin ist der bloße Gedanke, Polizeistreifen könnten auf Street View Sinn machen, ähnlich belämmert wie die Hoffnung des deutschen
Eigenheimbesitzers, der neue Dienst von Google sei ein Fernwartungstool für oder mache langfristig gar den Babysitter überflüssig.
Deshalb auch für Herrn Wendt zum Mitschreiben: Die Bilder in Street View werden einmal aufgenommen, wenn das Auto durch die
betreffende Straße fährt. Da es sich um ein Mammutprojekt handelt, werden die Aufnahmen schon beim Start von Street View in ein, zwei Jahre alt sein.
Die Fotos werden danach auch nicht jünger. Nach Googles Angaben sind nämlich keine neuen Aufnahmen geplant. Schon gar nicht
“streifen” permanent Kamerawagen von Google durch die Straßen und nehmen unseren Polizisten damit die Sorge, auch mal bei Regen raus
zu müssen. Selbst das…
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