Der Blaulicht-Kurier - Crimemapping in der Hauptstadt
criminologia | 5. März 2009 — Der Berliner Kurier hat diese Woche einen neuen Dienst ins Leben gerufen: den Blaulicht-Kurier. Dabei werden von der Polizei …
Für Programmierer der Berliner Softwarefirma BerliTec erweist sich Verbrechen derzeit als eine finanziell sehr lukrative Angelegenheit.
Das gleichnamige Programm für das iPhone, den iPod touch und das iPad hat innerhalb nur weniger Tage die Verkaufscharts von Apple iTunes Store erobert und wurde zeitweise als das am zweithäufigsten verkaufte Programm ausgewiesen. Bei einem Verkaufspreis von 1,59 Euro dürfte es sich hierbei für die Berliner Programmentwickler um ein finanziell lohnenswertes Unternehmung handeln.
FunktionsweiseBei Verbrechen handelt es sich um eine Crimemapping-Software, die bekannt gewordene Straftaten und Vergehen mit Geodaten (wahlweise der gegenwärtige Standort des Nutzers oder aber eine beliebige deutsche Adresse) abgleicht.
Auf einer Straßenkarte werden für den gewählten Standort Tötungs-, Raub-, Diebstahls- und Drogendelikte, Körperverletzungen, Brandstiftungen, Sachbeschädigungen aber auch Autounfälle angezeigt. Die Applikation generiert dabei keine eigenen Daten, sondern verknüpft lediglich durch lokale Polizeidienstellen veröffentlichte Vorkommnisse mit den Ortsinformationen. Unterschiedliche Tageszeitungen bieten Informationsangebote dieser Art bereits seit längerer Zeit an (siehe z.B. hier: Polizeimeldungen aus der Metropolregion Hamburg im Onlineauftritt des Hamburger Abendblatts oder der Blaulicht-Kurier des Onlineangebots des Berliner Kuriers).
Allerdings ist Verbrechen das erste und bislang einzige Crimemapping-Programm für Mobiltelefone, das auf den deutschen Markt zugeschnitten ist. Bereits vor über einem Jahr fanden sich iTunes-Store dagegen etliche Programme dieser Art für den amerikanischen Markt (das Ergebnis meiner damaligen ausführlichen Recherche lässt sich in diesem Artikel nachlesen).
Nutzen und ErfolgLandkarten bieten Objektivität und Verlässlichkeit. Ob als Schiffskapitän auf hoher See, als LKW-Fahrer auf der Autobahn oder als Bergwanderer im Gebirge kann ich mich in aller Regel darauf verlassen, dass Entfernungs- und Höhenangaben stimmen und ich mich auch in fremden Gefilden problemlos zurechtfinde. Der Straßenverlauf einer Autobahn, die Position einer Ortschaft und das Höhenprofil eines Berges sind mehr oder weniger unveränderliche, objektive, messbare Größen.
Aber wie schaut es mit der Objektivität der Angaben zur Kriminalitätsbelastung eines Wohnbezirkes aus?
Die Programmentwickler von Verbrechen versprechen den Nutzern, Erkenntnis über die Sicherheitslage einer Wohngegend zu erlangen. Aus zweierlei Gründen scheint dieses Versprechen jedoch nur schwer einlösbar:
Im Gegensatz zu den objektivierbaren Angaben zur geographischen Lage einer Ortschaft oder der Entfernungsangabe auf einer Landkarte sind statistische Werte zur Kriminalitätsverteilung etlichen Restriktionen unterworfen. Es können ausschließlich jene Delikte in das System einfließen, die der Polizei bekannt werd… » Vollständiger ArtikelErschienen 10. Februar 2011 auf http://criminologia.de.
criminologia | 5. März 2009 — Der Berliner Kurier hat diese Woche einen neuen Dienst ins Leben gerufen: den Blaulicht-Kurier. Dabei werden von der Polizei …
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