Teure Energie treibt Inflationsrate im Juni auf 15-Jahres-Hoch
Reuters | 16. Juli 2008 — Berlin (Reuters) - Massiv gestiegene Preise für Energie und Lebensmittel haben die Inflation im Juni so stark angeheizt wie sei…
Berlin (Reuters) - Die Verbraucher in Deutschland müssen immer mehr für Energie bezahlen.
Allein von 2002 bis 2006 stiegen die Heiz- und Stromkosten sowie die Kraftstoffausgaben um etwa 28 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Danach beschleunigte sich die Teuerung einer Modellrechnung zufolge sogar noch: Von 2006 bis Juli 2008 legten die Kosten um weitere 21 Prozent zu. Ein Haushalt muss damit derzeit im Durchschnitt je Monat 267 Euro für Energie aufwenden - 2002 waren es noch fast 100 Euro weniger.
Die Teuerung bei der Energie beschleunigte sich dabei in den vergangenen Jahren rapide: Stiegen die Ausgaben der Haushalte von 172 Euro im Jahr 2002 in den beiden Folgejahren um etwa 3,5 Prozent, so waren es 2005 bereits 9,2 Prozent. 2006 mussten die Verbraucher dann sogar zehn Prozent mehr für Energie zahlen. Besonders Wohnenergie - also Strom sowie Gas und andere Brennstoffe - waren zunächst für den Preisanstieg verantwortlich. Die Zuwachsraten bei Kraftstoffen waren geringer.
Allerdings dürfte sich dieses Verhältnis seit 2006 gedreht haben. Unter Annahme eines unveränderten Energieverbrauchs und unter Einbeziehung der Preisentwicklung kletterten die Ausgaben für Wohnenergie um 19 Prozent auf 162 Euro je Monat. Die Kraftstoffkosten stiegen im gleichen Zeitraum um rund ein Viertel auf jetzt 105 Euro monatlich. Dahinter steht vor allem ein rapider Preisanstieg für Rohöl: Allein seit Sommer 2007 verdoppelte sich der Preis in etwa. Seit seinem Rekordhoch von 147 Dollar je Barrel, das Mitte Juli erreicht wurde, hat der Ölpreis aber mehr als 35 Dollar nachgegeben. Das weckte zuletzt Hoffnungen auf eine Entspannung bei der Inflation.
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