Die vorhersehbare Überraschung des BND
Wissenswertes, Interessantes und Kurioses aus Justiz und Alltag | 2. Juni 2006 — Berlin - Völlig überraschend musste der BND jetzt seine bisherige Version des Entführungsfalls Khaled el-Masri korrigieren. And…
Man könnte die Frage natürlich auch vornehmer ausdrücken als im Titel dieses Blogbeitrags, aber inzwischen fühlen sich Politiker aller Couleur vom BND wegen dessen Informationspolitik im Fall El Masri verschaukelt. BND-Präsident Uhrlau hatte in einer Presseerklärung mitgeteilt, ein BND-Mitarbeiter im mazedonischen Skopje habe schon relativ kurz nach der Verschleppung des Mannes durch die CIA erfahren, dass der deutsche Staatsangehörige am Flughafen von Skopje verhaftet und den amerikanischen Behörden übergeben worden sei. Tatsächlich war El Masri auf einer Busreise nahe der mazedonisch-albanischen Grenze zur Jahreswende 2003/04 festgenommen und nach Skopje verbracht worden, von wo aus er vermutlich nach Afghanistan verschleppt wurde. Erst im Mai 2004 kehrte er nach Deutschland zurück. Bislang hatte der BND stets behauptet, während der Dauer der Verschleppung von dem Vorfall keine Kenntnis gehabt zu haben. Wie faz.net berichtet, sprach FDP-Vorsitzende Westerwelle von einem handfesten Skandal und äußerte Zweifel an der Darstellung des BND. Wolfgang Neskovic von der Fraktion der Linken meinte, die Aufklärungsarbeit der Opposition trage erste Früchte und Christian Ströbele von den Grünen wertete die öffentliche Mitteilung des BND als Panikreaktion. Dort hätten mit der Ladung von Zeugen des BND die Alarmglocken geläutet. Der Verdacht liege nahe, daß die Flucht nach vorne angetreten wurde. Inzwischen warf einem anderen .faz-Beitrag zufolge auch der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach (CDU), dem BND vor, sowohl das Parlamentarische Kontrollgremium (PKG) als auch das Bundeskanzleramt planmäßig zu hintergehen. Das könne so nicht weitergehen. Innenminister Wolfgang Schäuble stellte sich demgegenüber vor seinen Geheimdienst und versucht offenkundig, die Angelegenheit zu bagatellisieren. Mal sehen, wie lange es dauert, bis personelle Konsequenzen gezogen werden. Autor: RA Rainer Pohlen Kanzlei POHLEN + MEISTER
Wissenswertes, Interessantes und Kurioses aus Justiz und Alltag | 2. Juni 2006 — Berlin - Völlig überraschend musste der BND jetzt seine bisherige Version des Entführungsfalls Khaled el-Masri korrigieren. And…
Handakte WebLAWg | 14. März 2006 — Der Deutsch-Libanese Khaled el-Masri ist während seiner Verschleppung nach Afghanistan nach eigenen Angaben auch von einem Deut…
strafblog | 22. Februar 2006 — Schon Ende letzten Jahres wurde über eine Beteiligung deutscher Behörden im Fall der Entführung des Deutsch-Libanesen Khaled al-Ma…
Abgemahnt.com | 9. Oktober 2007 — Wie Spiegel Online heute berichtete, hat der oberste Gerichtshof der USA die Klage von Khaled el-Masri gegen die CIA abgewies…
RA J. Melchior, Wismar | 8. Juli 2007 — Der selbe Leider-Immer-Noch-Innenminister, der keine Bedenken hat, Verdächtige durch staatliche Stellen zu internieren und ggf.…
Strafprozesse und andere Ungereimtheiten | 9. Dezember 2007 — Wegen Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung muss sich der Deutsch-Libanese Khaled El Masri an diesem Montag vor dem…
Handakte WebLAWg | 3. März 2007 — Ein Berufungsgericht in den USA hat die Zulassung einer Klage des nach eigenen Angaben von der CIA verschleppten und misshand…
strafblog | 15. Mai 2006 — Die frühere Bundesjustiministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat die Bespitzelung von Journalisten durch den Bundesnachric…
strafblog | 24. September 2006 — Ein neuer Skandal um Folterungen und willkürliche Tötungen von Gefangenen durch US-Soldaten in Afghanistan ist laut rp-online aufg…
strafblog | 6. April 2007 — Wie SPIEGEL-ONLINE berichtet, hat der Münchner Oberstaatsanwalt August Stern einen Beitrag des Politmagazins "Panorama" bestätigt,…