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Urgent Actions: Der erste Appellbrief ging nach Brasilien

am 12.03.2006 von Menschenrechte

Einladung zum Interview mit Luiz Rossi, erster Urgent Action-Fall von amnesty international, 18.- 21.03.2006, Berlin

Die Verhaftung des brasilianischen Universitätsprofessors Luiz Rossi führte 1973 zur ersten Urgent Action (Eilaktion) von amnesty international (ai). Bis heute hat diese Aktionsform tausenden Menschen das Leben gerettet. Professor Rossi wird am 19. März 2006 Ehrengast der Verleihung des 04.
ai-Menschenrechtspreises im Deutschen Theater in Berlin sein und seinen Fall schildern. Die anwesenden Künstler betonen die Wichtigkeit von Urgent Actions und setzen sich aktiv dafür ein.
Vom 18. bis 21. März 2006 steht Professor Rossi für Interviews zur Verfügung.
Der Fall Luiz Rossi

Am Abend des 15. Februar 1973 umstellen und stürmen Militärpolizisten das Haus des Universitäts-professors Luiz Rossi in Sao Paulo,
beschlagnahmen Bücher und Dokumente und nehmen Luiz Rossi fest. Nach der Verhaftung ihres Mannes darf Maria José Rossi das Haus nicht
verlassen. Es gelingt ihr aber, einen Nachbar zu informieren. Von dort aus erreicht die Nachricht von der Verhaftung die internationale Zentrale von ai in London. Dort sind bereits wiederholt Berichte über brutale Folter, Ermordung und Verschwindenlassen von Oppositionellen durch die brasilianische politische Polizei eingegangen. Es wird befürchtet, dass auch Professor Rossi durch die Militärjunta gefoltert wird. Seiner Familie wird jegliche Auskunft zu seinem Befinden vorenthalten.

Zwei Wochen später, 3. am März 1973, bestätigen die Behörden die Verhaftung. Einige Tage später startet ai die erste Urgent Action.
In der ersten Aprilwoche wird Maria José Rossi ins Hauptquartier der Geheimpolizei DOPS einbestellt - angeblich, um die Leiche ihres Mannes zu identifizieren. Doch bei ihrer Ankunft sieht sie, dass ihr Mann lebt. …

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