Prozessauftakt gegen untreuen Pfarrer
schreibmaschine | 12. September 2011 — Von den Geständnissen, die er im Ermittlungsverfahren abgelegt hat, will er heute nichts mehr wissen: „Ich kann guten Gewisse…
Wende im Untreue-Prozess gegen den ehemaligen Pfarrer der katholischen Gemeinde Laudenbach: All das, was der 78-jährige pensionierte Priester und sein damaliger Verteidiger Dieter Hoffmann am ersten Verhandlungstag zu Protokoll gaben, solle vom Gericht „unberücksichtigt bleiben“, sagte Rechtsanwalt Hans-Jochen Schrepfer in Vertretung von Pflichtverteidiger Konrad Scheckenbach.
Beim Prozessauftakt hatte der Angeklagte, der fast 1,1 Millionen Euro seiner Kirche in die eigene Tasche gesteckt haben soll, ein früheres Geständnis widerrufen. Bei den Beträgen, die er im Jahr vor seiner Pensionierung von Konten der Kirchenstiftung Laudenbach in bar abhob oder auf eigene Konten überwies, habe es sich „ausschließlich um eigenes Geld“ gehandelt, behauptete der 78-Jährige am 12. September. Er muss sich wegen 50 Fällen der besonders schweren Untreue vor Gericht verantworten.
Jetzt also der Widerruf des Widerrufs: Was der Angeklagte bei den Vernehmungen während seiner Untersuchungshaft sagte, soll wieder gelten. Eine weitere Einlassung zur Sache soll es nach Schrepfers Worten geben, wenn der Prozess am 20. Oktober fortgesetzt wird. Gericht und Staatsanwaltschaft hatten dem erkrankten 78-Jährigen nahe gelegt, bei seinem Geständnis zu bleiben, wenn er eine Freiheitsstrafe auf Bewährung erreichen will.
Am zweiten Verhandlungstag kamen nur kurz die persönlichen Verhältnisse des Priesters zur Sprache, der von der Diözese derzeit ein Ruhegehalt von 2.800 Euro monatlich bezieht. 2.100 Euro muss er für se…
» Vollständiger ArtikelErschienen 4. Oktober 2011 auf http://www.woetzel-online.info/.
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