Untreuer Anwalt zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt
In argen finanziellen Nöten befand sich offenbar ein Würzburger Rechtsanwalt, der zwei Mandanten um erhebliche Beträge gebracht hat.
Der 52-Jährige wurde am Dienstag vom Amtsgericht wegen Betrugs, Untreue, Wucher und mittelbarer Freiheitsberaubung zu zehn Monaten
Gefängnis auf Bewährung verurteilt.
Es war nicht der erste Auftritt des Anwalts als Angeklagter: Schon 2004 wurde der 52-jährige vom Amtsgericht Würzburg (rechtskräftig erst seit dem vergangenen Jahr) erstmals wegen
Untreue zu einer Geldstrafe verurteilt. „Er hatte Einnahmeausfälle wegen einer längeren Erkrankung“, sagte Verteidiger Jan Paulsen
über seinen Kollegen und Mandanten.
Das soll der Grund dafür gewesen sein, dass der Angeklagte im Frühjahr 2005 einen Mandanten fast zwei Wochen länger als nötig in der
Untersuchungshaft schmoren ließ. Er hatte vorsorglich 10.000 Euro für die Zahlung der Kaution erhalten. Als dann kurze Zeit später
tatsächlich nur 2.000 Euro Kaution einzuzahlen waren, hatte der Anwalt nicht einmal diesen Betrag zur Verfügung. „Er hat das Geld für
sich selbst verbraucht“, warf Oberstaatsanwalt Dietrich Geuder dem 52-Jährigen vor. Schwacher Trost für den damaligen Mandanten: Er
wurde freigesprochen und erhielt eine Entschädigung für die zu Unrecht erlittene Untersuchungshaft.
In einem anderen Fall hatte der Angeklagte bei einer Erbschaftsangelegenheit kräftig zugelangt: Insgesamt rund 30.000 Euro Honorar
ließ er sich von einer Frau aus dem Kreis Aschaffenburg für ein Mandat bezahlen, für das er nach dem Kassieren seiner zahlreichen
Vorschüsse kaum noch tätig wurde. Unter anderem ließ er sich noch eine Honorarvereinbarung über 20.000 Euro unterzeichnen, als der
Gegner bereits freiwillig über 200.000 Euro gezahlt hatte. Von dem Geld hielt der 52-Jährige einen fünfstelligen Betrag zurück, um
seine Honorarforderungen zu decken. Dann tat er über ein Jahr lang nichts, um dann noch einem einen vierstelligen Vorschuss für
angebliche Gerichtskosten zu verlangen. „Dabei hatte er gar nicht mehr vor, etwas zu unternehmen. …
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