Konkurrierende Ehefrauen: Wer muss Unterhaltsbedarf der neuen Ehefrau beweisen?
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Wie wirkt sich eine neue Ehe auf den nachehelichen Unterhaltsanspruch des alten Ehepartners, also der ersten Frau bzw. des ersten Mannes aus? Dazu hat der BGH mit Urteil vom 14.04.2010 - Az: XII ZR 89/08 - Stellung genommen.
Der Leitsatz des BGH lautet:
Bei der Bemessung des Unterhaltsbedarfs nach den ehelichen Lebensverhältnissen im Rahmen der Dreiteilung trifft den Unterhaltspflichtigen die Darlegungs- und Beweislast für die Umstände, die die Unterhaltsbedürftigkeit seiner neuen Ehefrau begründen, weil es sich dabei um eine das Einkommen mindernde Verbindlichkeit handelt (im Anschluss an BGH, 27. April 1988, IVb ZR 58/87, FamRZ 1988, 930, 931)
Zu diesem Bereich auch gleich ein Hinweis auf zwei weitere Urteile des Bundesgerichtshofs zur Unterhaltsberechnung bei neuer Ehe:
Unterhaltsansprüche nach Scheidung bei neuer Heirat des Unterhaltspflichtigen (Urteil vom 30.7.2008 - Az: XII ZR 177/06) Unterhalt an erste Ehefrau bei zweiter Ehe: fiktives Einkommen der zweiten Frau (BGH) (Urteil vom 18. November 2009 - XII ZR 65/09)Dabei führt der Bundesgerichtshof zunächst aus, dass auf die wandelbaren ehelichen Lebensverhältnisse abzustellen ist und diese nicht mehr nach einem Stichtagprinzip zu bestimmen sind, sondern vielmehr spätere Änderungen zu berücksichtigen sind.
Bei der Bemessung des Unterhaltsanspruchs der Klägerin ist das Oberlandesgericht zutreffend von § 1578 Abs. 1 Satz 1 BGB ausgegangen, wonach sich das Maß des nachehelichen Unterhalts nach den ehelichen Lebensverhältnissen richtet. Der unbestimmte Rechtsbegriff der ehelichen Lebensverhältnisse ist nach inzwischen ständiger Rechtsprechung des Senats nicht mehr im Sinne eines strikten Stichtagsprinzips auszulegen. Eine solche Fixierung auf einen bestimmten Stichtag lässt sich der Vorschrift des § 1578 Abs. 1 Satz 1 BGB nicht entnehmen. Nach Sinn und Zweck der gesetzlichen Regelung sind bei der Bemessung des nachehelichen Unterhalts nach den ehelichen Lebensverhältnissen vielmehr spätere Änderungen des verfügbaren Einkommens grundsätzlich zu berücksichtigen, und zwar unabhängig davon, wann sie eingetreten sind und ob es sich um Minderungen oder Verbesserungen handelt. Die in § 1578 Abs. 1 Satz 1 BGB vorgegebene Anknüpfung an die ehelichen Lebensverhältnisse begrenzt deren grundsätzliche Wandelbarkeit lediglich nach dem Zweck des nachehelichen Unterhalts einerseits und der fortwirkenden ehelichen Solidarität andererseits (Senatsurteile BGHZ 175, 182 = FamRZ 2008, 968 - Tz. 43 ff.; BGHZ 179, 196 = FamRZ 2009, 411 - Tz. 16 ff. und vom 18. November 2009 - XII ZR 65/09 - FamRZ 2010, 111 Tz. 23 ff.).
Von dieser Basis ausgehend bewertet der BGH, welches Einkommen bei demUnterhaltsschuldner zu berücksichtigen ist und kommt dann dazu, wie sich die neue Ehe auswirkt:
» Vollständiger ArtikelErschienen 6. Mai 2010 auf http://www.rechtsanwalt-news.de.
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