Polizisten Fotografieren: Polizisten, die sich ungern fotografieren lassen
LawBlog | 29. Juli 2009 — Aus der Rubrik “Anfragen, die kein Mandat sein sollen”: Ich war nachts auf der Reeperbahn einen Freund besuchen. Auf dem He…
Letzte Woche wollte ich mir zur Vorbereitung auf meine Sitzungsvertretung (die noch ansteht), ein paar Verhandlungen vor dem Strafrichter in Köln anschauen. Als ich zum Justizzentrum gefahren bin, wurde ich von einigen Straßensperren und Hundertschaften der Polizei empfangen: ganz großes Aufgebot also in Köln. Die Neugierde hat mich dann doch zum Schwurgerichtssaal und nicht zum Strafrichter getrieben. Zwar war das für mich nicht sonderlich hilfreich in Hinblick auf meine Sitzungsvertretung, aber meine Sensationslust hat dann doch gesiegt, als in dem ganzen Justizzentrum Polizisten mit Maschinenpistolen rumstanden. An dieser Stelle mag übrigens mal dahinstehen, ob scharfe Maschinenpistolen in mehr oder weniger engen Gerichtsfluren wirklich so sinnvoll sind. Jedenfalls wollte ich mich auf die erste Etage durch das Treppenhaus begeben. Dort angekommen, blickte ich in die Gesichter von 5 schwerbewaffneten Polizisten und mehreren weiblichen Wachmeistern. Keiner von ihnen machte den Eindruck, dass sie mich am Weitergehen wirklich hindern wollten. Unter dem Eindruck der Maschinenpistolen habe ich dann aber doch mal vorsichtshalber gefragt, “was denn hier los sei!” Es kam eine lapidare Antwort: “Och, nix weiteres. Lediglich ein Prozess mit erhöhten Sicherheitsanforderungen.” Auch diesen Spruch habe ich nicht gerade so wahrgenommen, dass ich sofort vor den Polizisten “blank ziehen” sollte. Daher habe ich versucht, zu passieren. Wie sich aber sekundenspäter rausstellte, sollte dies eine nicht ganz so kluge Entscheidung sein. Sofort hatte ich den Lauf einer Maschinenpistole auf mich gerichtet und die doch kräftigen Hände eines Polizisten an meinen Schultern. Ich wurde ziemlich unfreundlich angeblafft, was mir denn einfallen würde, einfach an ihnen vorbeizulaufen. Von dieser kleineren Aggression war ich dann doch etwas überwältigt, sodass ich nur so was hervorbrachte wie “Mir hat ja auch keiner gesagt, dass man hier nicht vorbei darf. Unten standen ja auch schon Kollegen mit Maschinenpistolen, an denen ich einfach vorbei konnte.” Diese Antwort hat die Herren und Damen wohl nicht sonderlich zufrieden gestellt, sodass ich nun in ein Nachbarzimmer folgen sollte. Dort wurde mein Perso kopiert und ich wurde gefilzt. Ein Glück, dass ich frische Socken(mach ich ja grundsätzlich nur einmal im Quartal) angezogen habe, denn ich sollte auch die Schuhe ausziehen und mir meine Fußsohlen abtasten lassen. Hätte ich mich getraut, hätte ich mein Handy gezogen und meinen Anwalt angerufen. Aber ich habe mich eines besseren besonnen, jeder Griff in die Tasche hätte mein letzter Griff sein können. Man meinte nun zu mir, dass man das mit jedem Zuschauer für diesen Prozess anstellen würde. Außerdem hat mich ein Polizist von der Seite ziemlich doof angequatscht, …
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