Unschuldiger aufgrund einer Verwechslung als Mörder ausgeliefert
am 25.09.2006 von http://www.strafblog.de
Zu einer unerwarteten Übernachtung in einem Berliner Luxushotel kam ein 65-jähriger Jordanier, der von den spanischen Behörden aufgrund einer Personenverwechslung als mutmaßlicher Mörder nach Deutschland ausgeliefert worden war. Wie welt.de berichtet, war der in Barcelona lebende Mann der spanischen Polizei im Zusammenhang mit einem nicht genehmigten Restaurantausbau aufgefallen. Diese fand seinen Namen dann auf einer internationalen Fahndungsliste, wonach er wegen Ermordung seiner Tochter im Jahr 1984 in Berlin gesucht werde. Ohne seine Identität näher zu überprüfen und insbesondere seine Fingerabdrücke mit denjenigen des Gesuchten abzugleichen, wurde der Mann kurzerhand verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert. Erst bei seiner Ankunft in Berlin wurde anhand der Fingerabdrücke festgestellt, dass die Spanier den Falschen ausgeliefert hatten. Der Mann habe denselben Namen wie der steckbrieflich gesuchte Mohamad K. und sehe diesem auch ähnlich, heißt es in dem Bericht.
Höflich, wie deutsche Beame nun mal sind, haben diese sich bei dem Mann für den Irrtum entschuldigt und diesen zunächst einmal für eine Nacht im Hotel Estrel untergebracht. Am nächsten Morgen wurde ihm dann ein Rückflug nach Barcelona spendiert. Dort kann er sich jetzt mit den Behörden wegen seines illegalen Umbaus herumschlagen. Immer noch besser, als in Berlin wegen Mordes im Knast zu sitzen, finde ich.
Autor: RA Rainer Pohlen
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