Unschuldig. Pech gehabt.

Der seitens der Anklagebehörde offensichtlich suboptimal herbeigeführte, von der Richterin zur Parodie getriebene und schließlich nach endlosen Verhandlungswochen beendete „Tierschützerprozess“ zeigt uns, was man hierzulande unter „Gerechtigkeit“ versteht.

Sämtliche „Angeklagte“ wurden frei gesprochen, weder mit einem „Mafiaparagrafen“ noch mit „verdeckten Ermittlern“ konnte man ihnen ernsthaft am Zeug flicken.

Ja, sie wurden FREI GESPROCHEN.

Der Hinweis einiger der „Angeklagten“, sie säßen jetzt auf einem Schuldenberg von bis zu 20.000 Euro hat alles andere als Entrüstung nach sich gezogen.

Schulterzucken bei der Republik, deren Organ immerhin die Staatsanwaltschaft ist, die hier ein Verfahren vom Zaun gebrochen hat, dessen „Suppe so dünn“ war, dass man daraus nicht einmal eine kleine Bewährungsstrafe aufkochen konnte.

Haftung? Keine Spur.

Wenn ein Rechtsanwalt seine Sache – einen wichtigen Vertrag oder eine brenzlige Verhandlung – nachhaltig versemmelt, kann es durchaus passieren, dass er bei seiner Rechtsschutzversicherung vorstellig werden muss.

Und der Staat?

Keine Rede auch nur vom Nachdenken über die Kompensation von Prozesskosten Unschuldiger. Von den Tierschützern wusste man, dass ihre Lobby überschaubar ist.

» Vollständiger Artikel

  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches

Themen: Rede , Zaun , Suppe

Erschienen 30. Mai 2011 auf http://ra-kanzleimarketing.blogspot.com.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Kleine Staatsbürgerkunde für Anfänger

NEBGEN | 7. Dezember 2011 — Im Strafrecht gilt die Unschuldsvermutung. Einige Kommentare zum konkreten Beispiel hier deuten darauf hin, dass deren Inhalt …

Anrufer des Tages (“Es ist doch nur EIN Brief!”)

Markentiger® | 26. Januar 2011 — Tüdelüdelü! “Guten Tag, bin ich da richtig bei der Kanzlei, die auch Internetsachen macht?” “Ja.” “Eins gleich mal vorweg…

Auch Hitlergruß zur bloßen Provokation ist strafbar

Heymanns Strafrecht Online Blog | 17. August 2010 — Auch wer mit einem Hitlergruß in der Öffentlichkeit nur Aufmerksamkeit erregen und provozieren will und dabei keine politischen…

Freispruch im Vergewaltigungsverfahren

strafblog | 9. Februar 2006 — "Freispruch, Aufhebung des Haftbefehls, Haftentschädigung für die zu Unrecht erlittene 11-monatige Untersuchungshaft." So lautet d…

Eine dritte Front

RA-Blog | 10. Juli 2006 — Die heutige Verhandlung vor dem Jugendgericht lief ganz gut. Die Richterin war so weit, die Sache (Fahren ohne Fahrerlaubnis) t…

Trauer und Nachdenken

Kanzleien im Internet | 17. Januar 2012 — Jetzt, einige Tage nach den Schüssen im Gericht in Dachau, beginnen die Analysen., z.B. hier und hier. Der Täter soll seit si…

(Wirtschaftsstrafrecht/Internetrecht) Urteil im sog. „Abofallen-Verfahren“ vor dem Landgericht Hamburg – Gericht verhängt Freiheit…

Rechtsanwalt Kai Jüdemann | 22. März 2012 — Das Landgericht Hamburg hat heute im Verfahren gegen sieben Angeklagte wegen des Betreibens von Kostenfallen im Internet Freihe…

Straßenverkehrsgefährung, aber nur Fahrverbot

Heymanns Strafrecht Online Blog | 2. Dezember 2011 — Ich hatte ja vor einige Tagen über eine Entscheidung des AG Leer berichtet, das einem Angeklagten, der mit 2,21 Promille eine …

Keine sexuelle Nötigung: Freisprüche für Politiker bestätigt

De lege lata | 7. März 2012 — Der Bundesgerichtshof (BGH) hat heute die Freisprüche für einen Politiker, dem u.a. sexuelle Nötigung einer Wahlkampfhelferin vorg…

Warum formulieren Gerichte so? oder: Nicht hinter allem steckt eine böse Absicht…

Heymanns Strafrecht Online Blog | 26. Juli 2010 — Die Kollegin Rueber hat vor einiger Zeit in ihrem Blog von einem Mandanten berichtet, der mit der Formulierung im freisprechend…