Neue Korruptionsaffäre bei VW
strafblog | 25. Juli 2006 — Der französische Autozulieferer Faurecia, der hierzulande zwar keiner allzu großen Öffentlichkeit bekannt ist, aber mit insgesammt…
Knapp 160 von 190 Arbeitsplätzen konnten gerettet werden, als der französische Faurecia-Konzern vor knapp 3 Jahren die Firma ATY in der Lohrer Lindig-Siedlung übernahm. Einige der Arbeiter des Automobil-Zulieferers, die damals nicht übernommen wurden, sind frustriert und fühlen sich von ihrer Gewerkschaft falsch beraten. Ein 57-jähriger ehemaliger Staplerfahrer der ATY hat jetzt die IG Metall auf 10.000 Euro Schadensersatz verklagt. Allerdings ohne Erfolg: Nach zweistündiger Verhandlung nahm der Mann vor dem Würzburger Landgericht auf Anraten seines Anwalts die Klage zurück.
„Es hat halt leider nicht für alle gereicht“, fasste Gewerkschaftssekretär Matthias Gebhardt von der IG Metall aus Aschaffenburg die Verhandlungen im Frühjahr 2009 mit dem französischen Faurecia-Konzern zusammen. Er hatte den ATY-Mitarbeitern bei einer Betriebsversammlung am 6. April 2009 geraten, möglichst vollzählig in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft zu wechseln, um dadurch so viele ihrer Arbeitsplätze wie möglich beim ATY-Käufer Faurecia zu erhalten.
„Das war ein politischer Rat. Ich habe aber garantiert zu niemandem gesagt, dass er unterschreiben muss“, so Gebhardt. Die Faurecia habe als Bedingung für die Übernahme der ATY gefordert, dass mindestens vier Fünftel der Belegschaft in die Beschäftigungsgesellschaft wechselt: „Und es war nicht so, dass wir mehrere Interessenten hatten. Vorher hatte sich nach der Insolvenz der ATY monatelang nichts getan. Wir hatten keine Möglichkeit, mehr zu erreichen.“
Da ist der Kläger anderer Meinung: Er entschied sich, wie die meisten seiner Kollegen, für den sechsmonatigen Übergangsvertrag, wurde anschließend aber nicht übernommen und ist seither arbeitslos. Immerhin 6.000 Euro Abfindung hat der 57-Jährige nach einer arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzung, die mit einem Vergleich endete, als Abfindung von Faurecia erhalten und wartet auf weitere Zahlungen aus dem Sozialplan. Jetzt forderte er zusätzlich 10.000 Euro als Schadensersatz von der IG Metall: „Er hätte uns aufklären müssen, was die Konsequenzen sind. Vor allem ältere und schwerbehinderte Kollegen wurden nicht übernommen“, wirft er Gebhardt vor.
Sein Hauptargument: Zwei seiner Kollegen haben sich damals gegen den Aufhebungsvertrag entschieden, zogen gegen die Kündigung mit Erfolg vor das Arbeitsgericht und arbeiten heute noch in der Firma. Auch ein ehemaliges…
» Vollständiger ArtikelErschienen 19. Januar 2012 auf http://www.woetzel-online.info/.
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