Union bietet FDP Steuersenkungen von 20 Mrd. Euro an
Reuters | 16. Oktober 2009 — Berlin (Reuters) - Die Union hat der FDP in den Koalitionsverhandlungen Steuersenkungen im Umfang von rund 20 Milliarden Euro …
Berlin (Reuters) - Die Union hat der FDP in den Koalitionsverhandlungen Steuersenkungen in der kommenden Wahlperiode im Umfang von 20 Milliarden Euro angeboten.
Das sagte der CDU-Haushaltsexperte Steffen Kampeter am Freitag vor einer Arbeitsgruppensitzung der Finanzexperten des künftigen Regierungsbündnisses in Berlin. Der mittelfristige Konsolidierungsbedarf im Haushalt betrage 30 Milliarden Euro plus Steuersenkungen. "Wir haben ein Angebot gemacht, jetzt auch öffentlich, in Höhe von 20 Milliarden Euro", sagte Kampeter.
Ins Gespräch gebracht hatte dieses Volumen Hessens Ministerpräsident Roland Koch. Der CDU-Politiker forderte in der "Passauer Neuen Presse" vom Freitag einen radikalen Sparkurs, um Steuerentlastungen finanzieren zu können: "Das bedeutet, dass wir in den nächsten vier Regierungsjahren rund 50 Milliarden Euro einsparen müssen, wenn wir die Steuerzahler um 20 Milliarden Euro entlasten wollen."
Der Unions-Verhandlungsführer in der Finanzarbeitsgruppe, Kanzleramtsminister Thomas de Maiziere, sagte, die Beratungen der Experten sollten am Freitag abgeschlossen werden. Die Zahlen stünden erst am Ende der Koalitionsverhandlungen fest. Die FDP war im Wahlkampf für Steuerentlastungen im Volumen von rund 35 Milliarden eingetreten. Die Spitzen von CDU, CSU und FDP wollen in einer Wochenendklausur das Koalitionsprogramm ausarbeiten.
Der FDP-Finanzpolitiker Carl-Ludwig Thiele sagte vor den Expertenberatungen, seine Partei freue sich, dass Bewegung in die Diskussion komme. Auf die Frage, ob die Steuersenkungen auf Pump finanziert werden sollten oder ob es auch Einsparungen geben werde, sagte er, bei Steuersenkungen sei selbstverständlich der Haushalt zu beachten: "Es muss auch um Einsparungen gehen." Die FDP habe aber bisher von der Union keine konkrete Sparliste bekommen. Die Union wirft der FDP im Gegenzug vor, sie wolle nur die Steuern senken und habe die desolate Haushaltslage nicht im Blick.
Erschienen 16. Oktober 2009 bei http://www.reuters.com.
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