UNICEF kritisiert dramatische Vernachlässigung von HIV-infizierten Kindern
Appell vor dem AIDS-Gipfel der Vereinten Nationen Schützt die Kinder vor AIDS! Vor dem am Mittwoch beginnenden AIDS-Gipfel der Vereinten Nationen in New York kritisiert UNICEF, dass Kinder beim Kampf gegen die Epidemie eklatant benachteiligt werden. HIV-infizierte Kinder werden wesentlich schlechter versorgt als Erwachsene. Nur jedes zwanzigste infizierte Kind erhält die Medikamente, die es benötigt. Es gibt kaum kindgerechte Arzneien und geeignete Schnelltests für Säuglinge. Bis heute sind aidskranke Kinder auf übel schmeckende Sirups oder zerstoßene Tabletten für Erwachsene angewiesen, weil die Forschung an Präparaten für Kinder für die Pharmaindustrie nur wenig Gewinn verspricht. Von den weltweit rund 660.000 infizierten Kindern, die dringend Viren hemmende Medikamente brauchen, bekommen sie nur etwa 20.000 bis 30.000. Selbst preisgünstige Antibiotika, die nur wenige Cent pro Tag kosten und lebensgefährliche Infektionen verhindern können, bleiben den meisten betroffenen Kindern vorenthalten. Dies geht aus der neuen Untersuchung "Leben retten: Das Recht der Kinder auf HIV- und AIDS-Behandlung" hervor, die UNICEF gemeinsam mit Partnerorganisationen vorgelegt hat. Genau 25 Jahre nach der ersten AIDS-Diagnose ruft UNICEF dringend dazu auf, endlich mehr für die betroffenen Kinder zu tun. "Kinder werden beim Kampf gegen AIDS übersehen", sagte UNICEF-Direktorin Ann Veneman. "Millionen von Kindern haben ihre Eltern, ihre Lehrer, ihre Hoffnung verloren. Diese Kinder dürfen nicht in Vergessenheit geraten." Weltweit sind derzeit 2,3 Millionen Kinder mit HIV infiziert, jeden Tag kommen 2.000 hinzu. Jede Minute stirbt ein Kind an AIDS. Im Jahr 2005 fielen 570.000 Kinder der Krankheit zum Opfer. Obwohl nur 14 Prozent der weltweit mit HIV Infizierten unter 15 Jahre alt sind, macht diese Altersgruppe 18 Prozent der AIDS-Todesfälle aus. Rund 15 Millionen Kinder hat AIDS weltweit zu Waisen gemacht hat - so viele Kinder wie in ganz Deutschland leben. Am häufigsten trifft die Epidemie die Kinder in Afrika südlich der Sahara. Dort leben 90 Prozent aller mit HIV infizierten Kinder - mit den weltweit schlechtesten Aussichten auf medizinische Behandlung. Mit der internationalen Kampagne "Du und ich gegen AIDS" wirbt UNICEF seit Herbst 2005 für mehr Unterstützung für von AIDS betroffene Kinder. Allein in Deutschland haben bereits mehr als 300.000 Bürger die UNICEF-Forderungen unterschrieben: Medikamente für Kinder entwickeln, Preise senken, Aufklärung und Schule für alle sowie Entwicklungshilfe aufstocken. Auch im Internet kann man mitmachen: unter www.unicef.de/aids kann jeder die Forderungen unterschreiben, selbst einen Unterstützer-Aufruf formulieren und für UNICEF-Projekte spenden. Quelle: Pressemitteilung UNICEF
Themen: Unicef , Nationen , Hiv , Aids , Appell , Bericht über Menschenrechte Von UNICEF
Erschienen 30. Mai 2006 auf http://menschenrechte.blogg.de/.
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