Uni-Präsident beleidigt: Ich fühle mich diffamiert
am 28.01.2008 von http://www.woetzel-online.info/"Wir haben gegen ein Kapitalverbrechen protestiert“, sagte Heike Pauline Grauf gestern vor dem Würzburger Amtsgericht. Weil sie bei ihrem Protest gegen Tierversuche an der Universität die Grenzen der Kunst- und Meinungsfreiheit überschritten haben, wurden die 48-Jährige und zwei ihrer Mitstreiter zu Geldstrafen verurteilt. Ältere Mitglieder der unterfränkischen Kunstszene könnten sich an das Jahr 1975 erinnert fühlen: Damals wurde Theatermacher Wolfgang Schulz wegen seines Stücks „Der Geist von Oberzell“ zu 1.200 D-Mark Geldstrafe verurteilt. Schulz hatte darin das Management einer großen Würzburger Firma als Ausbeuter dargestellt, der Beleidigungsprozess ging bis vor den Bundesgerichtshof. Ob Heike Pauline Grauf und die anderen Mitglieder des Würzburger Aktionstheaters „Maulauf!“ auch durch alle Instanzen ziehen werden, ist noch offen. Schon gestern wäre ihr Kampf für die Kunstfreiheit beinahe dem schnöden Mammon zum Opfer gefallen: Der Richter hatte in Aussicht gestellt, das Verfahren gegen Zahlung einer geringen Geldauflage einzustellen. Kurz waren die drei Angeklagten in Versuchung, dann entschlossen sie sich, weiter um einen Freispruch zu kämpfen. Im Mittelpunkt des über vierstündigen Prozesses stand ein Flugblatt, das Grauf und ihre Mitstreiter am 24. Oktober 2006 aus Protest gegen Tierversuche an der Universität verteilt hatten. Verkleidet als Versuchshase und Ärzte, statteten die Maulauf!-Akteure einigen Hörsälen einen Besuch ab. Am Ende drangen sie in das Vorzimmer von Uni-Präsident Professor Dr. Axel Haase ein. Dort trug Grauf den Flugblatt-Text mit Hilfe eines Megafons vor. Darin wird Haase, den „Maulauf!“ für den Hauptverantwortlichen der Tierversuche an der Universität hält, unter anderem als „gewinn-manipulierter Versuchshase“ bezeichnet und ihm Geldgier, …
Maulauf!-Chefin geht in Berufung
schreibmaschine / Der Strafprozess gegen Heike Pauline Grauf geht in die zweite Runde: Die 48-jährige Aktionskünstlerin hat gegen ihre Verurteilung zu 400 Euro Geldstrafe wegen Beleidigung des Uni-Präsidenten Berufung eingelegt. Grauf wurde vergangene …
Kunstfreiheit oder Beleidigung?
schreibmaschine / Für Zurückhaltung sind die Würzburger Aktionskünstlerin Heike Pauline Grauf und ihre Straßentheatergruppe „Maulauf!“ nicht bekannt. Jetzt sollen Grauf und drei Mitstreiter nach Ansicht der Staatsanwaltschaft die …
Ist Strafverteidigung noch Kampf?
Mord ist mein Beruf / „Verteidigung ist Kampf“ durfte niemals als billige Rechtfertigung für eine schlechte und ungeschickte, aber stark und mächtig daherkommende Verteidigungsstrategie sein. „Dumm und stark“ kam früher in Pe…
Auch ein Dienstgeheimnis ist ein Privatgeheimnis
schreibmaschine / Weil sie nach einer Ausschreibung einen unterlegenen Bieter über Details des Gewinner-Angebots informiert hat, musste sich eine ehemalige Sachbearbeiterin des Würzburger Entwässerungsbetriebes vor dem Amtsgericht verantworten. Das Urte…
Böse das Lenkrad umklammert und dann losgefahren
schreibmaschine / Nichts Gutes hatten die Zeugen am zweiten Verhandlungstag im Totschlagsprozess vor dem Würzburger Landgericht über die Angeklagte zu erzählen. Wie berichtet, wird der 66-jährigen Frau aus Ippesheim (Kreis Nreustadt/Aisch) vorgewo…
Sparsamer Bürgermeister muss zahlen
schreibmaschine / Weil er der Gemeindekasse 5.000 Euro Kosten ersparen wollte, muss der Bürgermeister einer Marktgemeinde im Kreis Würzburg jetzt in die eigene Tasche greifen. Die Staatsanwaltschaft hatte dem 56-Jährigen „Unerlaubtes Betreiben ei…
UL-Anhänger wegen Beleidigung verurteilt
schreibmaschine / Weil er in dem seit Jahren schwelenden Streit mit einem benachbarten Jagdpächter zu unlauteren Mittel gegriffen hat, soll der Geschäftsführer einer von der Glaubensgemeinschaft „Universelles Leben“ (UL) betriebenen Gesellsc…
Schläge mit der Leine kosten 2.400 Euro
schreibmaschine / Erst hat er alles abgestritten, dann den Richterspruch aber doch angenommen: Weil er seinen und einen fremden Schäferhund mit der Leine verprügelt hat, muss ein 50-jähriger Würzburger 2.400 Euro Geldstrafe bezahlen. Wer inne…
