Und immer schön fächern
am 02.01.2007 von LawBlog
Ich glaube, die Deutschen finden das Einwegpfand geil. Es wird ihnen heimelig ums Herz, wenn sie sich vor dem Automaten im “nah & gut” versammeln. Jedes Mal können sie dort aufs Neue staunen, wie die Flaschen mit dem Boden voran durchs Blitzgewitter zischen und zerknöselt werden.
Gern goutiert werden auch fachkundige Kommentare, wenn eine Flasche nicht akzeptiert wird, als praktisch jede zweite. “Ist da auch ein Pfandlogo drauf?” “Die Flasche ist bestimmt vom Lidl, die können Sie nur beim Lidl zurückgeben.” “Stimmt nicht, nur der Plus nimmt nichts von Lidl.” “Pfandlogo, ich sage nur Pfandlogo.” “Vielleicht ist sie auch nur zu fest zugedreht. Da muss Luft rankommen…”
Fast noch schöner die manuelle Sortierung im Kaufland. “Die Flaschen bitte nicht in der Tüte”, werde ich belehrt. “Schön im Einkaufswagen fächern.” Der Mitarbeiter nimmt sich Zeit. Ob Pepsi oder Eistee, er dreht jede Flasche sorgfältig um, bis das Pfandlogo oben liegt. Täusche ich mich, oder rubbelt er wirklich mit dem Daumen über manche Behältnisse? Aufgemalte Logos wären vielleicht kein schlechter Nebenverdienst. Fast schon skandalös, dass es die passenden Aufkleber noch nicht bei ebay gibt.
Manchmal vertreibe ich mir die Wartezeit mit dem Gedanken, wie viel Produktivität der Volkswirtschaft durch Flaschen sammeln, Flaschen wegtragen, in der Pfandschlage stehen und sich über PETs von Lidl in die Haare kriegen entzogen wird. Nicht gerechnet den schlichten Umstand, dass die Einwegflaschen über die gelbe Tonne doch garantiert auf dem gleichen Müllberg wandern würden, wie es die Flaschen nach der Laserbehandlung im Pfandautomaten tun.
“Mehrweg? Lohnt sich kaum noch”, erklärt mir …
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