Umstrittenes Twittern aus dem Gerichtssaal
Rechtsanwalt Martin Steiger | 31. Oktober 2011 — Die Schweizerische Bundesverfassung sieht vor, dass Gerichtsverhandlungen und Urteilsverkündungen in der Schweiz grundsätzlich …
Die Schweizerische Bundesverfassung sieht vor, dass Gerichtsverhandlungen und Urteilsverkündigungen in der Schweiz grundsätzlich öffentlich sind (Art. 30 Abs. 3 BV). Im Bezug auf Twitter ist diese Gerichtsöffentlichkeit aber umstritten, wie gemäss dem heutigen Tages-Anzeiger ein aktueller Fall aus Neuenburg zeigt:
Dass Journalisten live aus dem Gerichtssaal twittern, passt nicht jedem Richter. Im Prozess um den Fussballclub Neuenburg Xamax wurden zwei Medienschaffende vor die Türe geschickt, weil sie per Smartphones Nachrichten nach draussen sandten. Die Strafprozessordnung hilft auch nicht weiter.
Professoren, Richter und Staatsanwälte plädieren gemäss dem Tages-Anzeiger-Artikel für Entscheidungen von Fall zu Fall. Für Rechtsanwalt Sébastian Fanti steht bei solchen Entscheidungen das öffentliche Interesse im Vordergrund. Lediglich Dominique von Burg, Präsident des Schweizer Presserates, erwähnt die grundsätzliche Bedeutung der Gerichtsöffentlichkeit:
«Öffentliche Prozesse gehören zu den essenziellen demokratischen Prinzipien.» Ausnahmen sieht etwa bei Sexualdelikten mit Kindern.
Gerichtsverhandlungen finden heute weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, so dass in den meisten Verhandlungen faktisch keine Öffentlichkeit besteht. Ich fände es deshalb erfreulich, wenn Twittern aus Gerichtssälen dazu beitragen könnte, die Gerichtsöffentlichkeit zu fördern. Markus Felber (fel.), Bundesgerichtskorrespond…
» Vollständiger ArtikelErschienen 31. Oktober 2011 auf http://www.steigerlegal.ch.
Rechtsanwalt Martin Steiger | 31. Oktober 2011 — Die Schweizerische Bundesverfassung sieht vor, dass Gerichtsverhandlungen und Urteilsverkündungen in der Schweiz grundsätzlich …
Internet-Law | 14. September 2009 — Auf Twitter - woch auch sonst - gab es gerade die Diskussion, ob das Twittern direkt aus dem Gerichtssaal gegen § 169 S. 2 Gericht…
Wissenswertes, Interessantes und Kurioses aus Justiz und Alltag | 2. Juli 2010 — Wissen Schweizer Bundesrichter nicht, was twittern ist? Diesen Eindruck könnte man in der Tat bekommen, wenn man den heutigen Blog…
LawBlog | 10. November 2009 — Film- und Tonaufnahmen sind bei Gerichtsverhandlungen in Deutschland verboten. Aus meiner Sicht wäre es an der Zeit, dies mal z…
kriegs-recht.de | 10. November 2009 — In Deutschland ist es gesetzlich verboten1, in Gerichtsverhandlungen Ton- oder Filmaufnahmen anzufertigen, um sie live zu sen…
kriegs-recht.de | 15. April 2009 — Das sah bemerkenswert aus: unter www.twitter.com/bverfg findet sich ein Twitter-Account, der den Bundesadler im Logo führt, a…
JIPS News | 18. Januar 2011 — Nachdem im Zusammenhang mit den Anhörungen im Fall Assange die Praxis einiger Journalisten, die Öffentlichkeit aus dem Gerichts…
The Business of Law | 31. Januar 2012 — Gemäss einem Bericht der Daily Mail droht einem Journalisten eine Gefängnisstrafe, weil er während eines Gerichtsverfahrens p…
Internet-Law | 13. September 2011 — Der Vorsitzende eines Untersuchungsausschusses des hessischen Landtags hat einem Zuhörer verboten, live aus dem Ausschuss zu bl…
Juraexamen.info | 26. November 2011 — Die LTO berichtet über einen interessanten Problemkreis, der sich auch für Examensprüfungen eignet. In der Sache ging es um e…
Im Gegensatz zu den Richtern nutzen Anwälte und Gerichtsberichterstatter das soziale Netzwerk Twitter immer häufiger. Damit stellt sich die Frage, wie viel elektronische Kommunikation im Gerichtssaal zulässig ist.