Ullrich verliert vor Gericht
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Im Ermittlungsverfahren gegen Ex-Radprofi Jan Ullrich, der im Juni 2006 als möglicher Beteiligter des spanischen Dopingskandals ins Visier der Ermittler geraten war, liegt seit gestern das Ergebnis des DNA-Abgleichs vor. Ullrich hatte den Dopingverdacht bestritten und anfangs erklärt, er wolle seine Unschuld beweisen. Statt nach Lance Armstrongs Karriereende 2006 als Favorit bei der Tour de France zu starten, hatte er dann aber entschieden, sich auf die Unschuldsvermutung zu berufen und den Dopingverdacht nicht von sich aus zu entkräften. Hier eine kleine Chronologie der letzten 3 Monate in Sachen DNA-Abgleich: Am 15.01.2007 bestätigt die Staatsanwaltschaft Bonn, bis spätestens Anfang Februar einen DNA-Abgleich von vermutlich Ullrich zuzuordnenden Blutbeuteln mit einer Speichelprobe durchzuführen. Die Blutbeutel waren im Mai 2006 bei einer Doping-Razzia beschlagnahmt worden. Die Speichelprobe hatte Ullrich im Herbst 2006 im Rahmen des dortigen Ermittlungsverfahrens bei der Schweizer Polizei abgeben müssen. (Eurosport) Am 30.01.2007 verhindert Ullrich durch einen Widerspruch im Rechtshilfeverfahren zunächst die Weitergabe der Speichelprobe und weiterer Beweismittel aus der Schweiz nach Bonn. Zwei Tage später gibt er in Konstanz eine Speichelprobe für die Staatsanwaltschaft Bonn ab. Durch den Widerspruch im Rechtshilfeverfahren sollte Ullrichs Anwalt zufolge verhindert werden, dass private Unterlagen, die die Schweizer Polizei bei der Durchsuchung von Ullrichs Haus in Scherzingen sichergestellt hatte, nach Deutschland weitergegeben werden. (Radsportnews, Eurosport) Am 23.02.2007 wird berichtet, dass sich der DNA-Abgleich weiter verzögert. Die spanische Justiz kann die Blutbeutel nicht weitergeben, da Ullrich bereits Ende 2006 auch in Spanien Widerspruch gegen das Rechtshilfeverfahren eingelegt hatte. Ullrichs Anwälte erklären, man wolle die Herausgabe von Ermittlungsberichten der Guardia Civil verhindern, die als "eine bunte Mischung aus haltlosen Behauptungen, Mutmaßungen und Verdächtigungen" bezeichnet werden (FTD). Am 24.02.2007 berichtet die spanische Tageszeitung El Pais, dass der Nationale Gerichtshof den Einspruch zurückgewiesen hat und die Blutbeutel nach Deutschland geschickt werden. (Radsportnews) Am 26.02.2007 präsentiert sich Ullrich in einer vielbeachteten Pressekonferenz als armes Opfer und bringt seine Missachtung gegenüber Medienvertretern, den Anzeigenerstattern Bannenberg und Franke, Schweizer und Internationalem Radsportverband und dem Präsidenten ("Schulterklopfer") des Bundes Deutscher Radfahrer, Rudolf Scharping, zum Ausdruck. Er gibt seinen Rückzug vom aktiven Radsport bekannt. Er will künftig das österreichische Team Volksbank als Berater unterstützen. Am Abend des gleichen Tages fällt Ullrich in der Talksendung "Beckmann" keine Antwort auf die Frage ein, was er unter Doping versteht. Den überwiegenden Teil der Fragen beantwortet er mit Hinweis darauf, dass er sich dazu auf Anraten seiner Anwälte nicht äußern möchte, nicht. (Netzeitung) Am 01.03.2007 wird berichtet, dass Ullrich eine Wiederholung der Beckmann-Sendung verhindern will, da die ARD gegen Abmachungen verstoßen habe. Mit Fragen zum Thema Doping und der Zuschaltung des Doping-Experten Hajo Seppelt soll Ullrich nicht einverstanden gewesen sein und habe bereits vor Ausstrahlung zu erreichen versucht, dass die Sendung um diese Szenen gekürzt wird. (Netzeitung) Am 04.03.2007 präsentiert Ullrich auf seiner Internetseite seine eigene "Sendung", weil in den Medien immer so viel verfälscht wird: Er lässt sich von seinem eigenen Pressesprecher interviewen. Der fragt "im Auftrag der Fans" und die wollen über Doping anscheinend nichts wissen. (Netzeitung) Am 10.03.2007 bericheten spanische Medien, dass der zuständige Richter, Antonio Serrano, die Ermittlungen gegen Doping-Arzt Fuentes nicht weiter verfolgen will, da es im Tatzeitraum in Spanien noch kein Anti-Doping-Gesetz gab und strafrechtlich relevante Gesundheitsfolgen nicht eingetreten seien. Kurz darauf protestieren vor der ersten Etappe der Rundfahrt Paris-Nizza die Teams mit einer Schweigeminute gegen die Einstellung der "Operacion Puerto" und fordern die Freigabe der Ermittlungsakten für sportrechtliche Verfahren. Am 14.03.2007 legt die Staatsanwaltschaft Madrid Einspruch gegen die Einstellung ein. (FAZ, Radsportnews) Am 15.03.2007 wird berichtet, dass Ullrich in Spanien gegen die Entscheidung des Nationalen Gerichtshofs, die Blutbeutel nach Deutschland weiterzugeben, geklagt hat. (Spiegel Online) Am 03.04.2007 veröffentlicht die Staatsanwaltschaft Bonn die Ergebnisse des DNA-Abgleichs: Die neun mit "Jan", "Nummer 1" und "Rudis Sohn" gekennzeichneten Blutkonserven stammen zweifelsfrei von Jan Ullrich. Ullrichs Anwälte haben bereits einen Manipulationsverdacht geäußert. Die Zusammenarbeit mit dem österreichischen Team Volksbank scheint schon vor Ullrichs Arbeitsaufnahme beendet zu sein. (Süddeutsche, Netzeitung)
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Doping Das Blut stammt von Ullrich,Die in Spanien sichergestellten Konserven sind identisch mit der DNA-Probe des ehemaligen Radstars.