UL-Anhänger wegen Beleidigung verurteilt

Weil er in dem seit Jahren schwelenden Streit mit einem benachbarten Jagdpächter zu unlauteren Mittel gegriffen hat, soll der Geschäftsführer einer von der Glaubensgemeinschaft „Universelles Leben“ (UL) betriebenen Gesellschaft 1.000 Euro Geldstrafe bezahlen. Das Würzburger Amtsgericht verurteilte den 47-jährigen Landwirt wegen Beleidigung und Verstoß gegen das Kunst-Urhebergesetz zu 25 Tagessätzen von 40 Euro.

Die Auseinandersetzung dauert schon Jahre: Die UL-Anhänger sind Gegner der Jagd, aber in unmittelbarer Nachbarschaft ihrer Ländereien in Greußenheim (Kreis Würzburg) werden regelmäßig Jagden auf Wildschweine und anderes Getier veranstaltet. Besonders ein Jäger aus dem benachbarten Hettstadt hat sich den Unmut der UL-Anhänger zugezogen. Der 69-Jährige tritt regelmäßig in Presse und Fernsehen auf und hält dabei mit seiner Meinung über die Mitglieder der Glaubensgemeinschaft nicht hinter dem Berg.

Nach einer Sendung im Bayerischen Fernsehen im vergangenen Sommer schlug einer der Geschäftsführer von „Gut Terranova“ zurück: In einem Flugblatt mit einer Auflage von mehr als 1.000 Stück, das in Greußenheim und Hettstadt verteilt wurde, setzte er sich in überdeutlichen Worten gegen die TV-Sendung zur Wehr. Dass er den unliebsamen Jäger dabei als „Schießer“ und „katholischen Inquisitionshelfer“ bezeichnete und ein Foto des 69-Jährigen daneben druckte, brachte den Landwirt jetzt vor Gericht.

Der Jäger fühlte sich durch das Flugblatt beleidigt und erstattete Strafanzeige. Dass sein Foto ohne sein Einverständnis veröffentlicht wird, will er auch nicht hinnehmen: „Man wird von denen ständig fotografiert, die sind wie die Kletten“, berichtete er im Zeugenstand von seinen Erfahrungen mit den UL-Anhängern.

In Sachen Flugblatt hatte der 69-Jährige Richter Thomas Behl auf seiner Seite: Zwar sei der Begriff „Schießer“ keine Beleidigung für einen Jäger, als „Inq…

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Themen: Amtsgericht , Streit

Erschienen 9. Mai 2007 auf http://www.woetzel-online.info/.

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