Verprügelt und beklaut - Bewährung
schreibmaschine | 11. März 2008 — Mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten auf Bewährung ist ein 24-jähriger Würzburger davon gekommen, der einen…
Das hat sich nicht gelohnt: Wegen einer Beute von nur 70 Euro sitzt ein 24-jähriger Hilfsarbeiter seit acht Monaten in Untersuchungshaft. Seit Dienstag muss er sich wegen schweren Raubes und Körperverletzung vor dem Würzburger Landgericht verantworten. Der mehrfach vorbestrafte Mann streitet einen Großteil der Vorwürfe ab.
Zugegeben hat der 24-Jährige, dass er an einem Abend Anfang Juli einen Mann im Würzburger Stadtteil Heuchelhof um eine Zigarette bat. Daraus habe sich erst ein Wortgefecht, dann eine Schubserei entwickelt. „Dann bin ich nach Hause gegangen“, sagte der Angeklagte. Sein Opfer, ein 40-jähriger technischer Zeichner, hat den Vorfall freilich ganz anders in Erinnerung. Geld und Zigaretten forderte der Angeklagte.
Als der Mann ablehnte, wurde er herumgeschubst. Sein Handy, mit dem er die Polizei rufen wollte, trat ihm der 24-Jährige aus der Hand. Auch nachdem der Wirt einer nahe gelegenen Gaststätte erst einmal für Ruhe gesorgt hatte, war die Sache für den 40-Jährigen noch nicht ausgestanden, der Täter folgte ihm bis nach Hause. Schon auf dem Weg dorthin stieß er den Geschädigten einmal zu Boden.
Bis dahin war nichts wirklich Schlimmes passiert, doch dann beging der 40-Jährige einen entscheidenden Fehler: Aus Gewohnheit ging er noch einmal in die Tiefgarage, um nach seinem Auto zu sehen. „Das habe ich mir inzwischen abgewöhnt“, sagte der Mann im Zeugenstand. Sein Verfolger drängte sich mit Gewalt durch die Tür, packte den 40-Jährigen und attackierte ihn brutal mit Fäusten und Fußtritten.
Seinen Geldbeutel fand das Opfer später in der Nähe auf dem Boden. Dass ihm 70 Euro fehlten, bemerkte er erst im Gespräch mit der Polizei. Durch die Schläge erlitt er nicht nur einen Nasenbeinbruch, sondern auch eine Art „Blackout“, sagte der Zeuge. Wie ihm die 70 Euro genau abhanden gekommen sind, weiß er nicht mehr: „Ich bin mir aber sicher, dass ich das Geld vor dem Überfall noch hatte.“
Weil der Mann an diesem Abend nach eigenen Angaben dreieinhalb Liter Bier getrunken hat, zweife…
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