TV-Tipp: Arte-Doku über Chinas Korruption

Der Besucher, von weither nach Peking gereist, ist verstört. Das “Dorf der Bittsteller”, so wie er es kannte, ist verschwunden. Ein Mann, der im Freien sein Essen kocht, reagiert belustigt. Er kennt das schon und informiert den Fremden: “Diese Ruinen sind alles, was übriggeblieben ist.”

Bis kurz vor den Olympischen Spielen 2008, denen allerlei Bereinigungen vorausgingen, stand hier, wo jetzt nur noch Schutt und Mauerreste zu besichtigen sind, ein regelrechtes Dorf aus Häusern, Baracken, einfachen Buden: Die Behausungen der Bittsteller, die nach Peking gekommen waren, um im Büro für Volkseingaben ihr Anliegen vorzubringen. Diese Institution ist die letzte Instanz, wenn man sich von den lokalen, häufig korrupten Behörden ungerecht behandelt fühlt. // //]]> Die Anliegen sind unterschiedlicher Natur. Ein Lehrer wurde nicht befördert, weil er das Bestechungsgeld nicht leisten konnte. Landwirte, vom Gesetz zur Abgabe ihrer Ernte gezwungen, wurden nicht bezahlt, stattdessen, als sie im Folgejahr die Lieferung verweigerten, von den Behörden festgenommen und misshandelt. Qi hat auf mysteriöse Weise ihren Mann verloren – er starb während einer Routineuntersuchung beim Betriebsarzt, sein Leichnam wurde mit auffälliger Eile verbrannt. (…)

Besonders wertvoll wird Zhao Liangs Dokumentation durch die unaufgeregte Form der Langzeitbeobachtung. Internet-Berichte über Willkürmaßnahmen sind der Aktualität wegen relevant, gleichen …

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Themen: Korruption , Peking , China , Zugang Zum Internet , Lehrer , Arte , Dorf , Eile , Videokamera

Erschienen 10. Oktober 2009 auf http://log.handakte.de/.

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