Türken zeigen Bundesbanker Sarrazin wegen Volksverhetzung an

Frankfurt/Berlin (Reuters) - Sechs in Berlin lebende Türken haben Strafanzeige gegen den wiederholt wegen provokanter Thesen zu in Deutschland lebenden Migranten aufgefallenen Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin erstattet.

Wie eine Berliner Anwaltskanzlei am Montag mitteilte, werfen sie dem früheren Berliner Finanzsenator eine "gezielt beleidigende rassistische Meinungsäußerung vor", die "den Rahmen der Meinungssäußerung verlässt". Sarrazin hatte im vergangenen Monat erklärt, seiner Meinung nach wirke sich das vergleichsweise niedrige Bildungsniveau von Zuwanderern negativ auf Deutschland aus, das Land werde angeblich "auf natürliche Weise dümmer".

Die Äußerungen Sarrazins hatten damals auch Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den Plan gerufen, die diese als "dumm" bezeichnet hatte. Sarrazin eckt seit Jahren mit seinen Thesen an. Bundesbank-Präsident Axel Weber hatte ihm deshalb bereits im vergangenen Herbst indirekt den Rückzug aus der deutschen Notenbank nahe gelegt und seine Kompetenzen beschnitten. Bei der Bundesbank war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu der Anzeige gegen den auf Betreiben von Berlin und Brandenburg in den Vorstand berufenen 65-jährigen zu erreichen.



Quelle: Reuters (6. Juli 2010)

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Themen: Germany , Frankfurt , Bundesbank , Legislation , Western Europe , Europe , Crime; Law Enforcement , German Money , European Union , Herbst , Angela Merkel , Central Banks , Macro-economics , Foreign Exchange , European Central Bank , Interest Rates

Erschienen 6. Juli 2010 bei http://www.reuters.com.

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