Kündigung trotz 16 000 privater SMS per Diensthandy unwirksam
Betriebsrat Blog | 29. September 2010 — Obwohl ein Arbeitnehmer von seinem Diensthandy aus 16 000 private SMS verschickte, konnte der Arbeitgeber ihm nicht wirksam kün…
Abermals stellt ein Arbeitsgericht die Leidensfähigkeit eines Arbeitgebers massiv auf die Probe und erklärt eine Kündigung trotz eindeutiger Pflichtverletzung für unwirksam.
Der Kläger, beschäftigt bei einem Cateringunternehmen, hatte über einen Zeitraum von 22 Monaten insgesamt rund 16.000 private SMS Kurznachrichten über sein Diensthandy versendet und damit einen Schaden in Höhe von mehr als 2.500,00 EUR verursacht.
Nachdem die Unregelmäßigkeiten im Rahmen einer internen Revision aufgefallen waren, kündigte der beklagte Arbeitgeber zunächst fristlos und anschließend ordentlich.
Hiergegen wehrte sich der Kläger vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main (Urteil v. 24.09.2010, Az. 24 Ca 1697/10) erfolgreich. Wenngleich das Verhalten des Klägers eine eindeutige Pflichtverletzung darstelle, hätte es nach Ansicht der Richter einer früheren Reaktion des Arbeitgebers bedurft. Aufgrund der entsprechend hohen monatlichen Handyrechnungen hätte dem Arbeitnehmer beispielsweise eine Abmahnung erteilt werden müssen.
Ohne die Entscheidungsgründe des Urteils zu kennen, lässt das Ergebnis jedenfalls abermals eine kritische Auseinandersetzung mit der Mündigkeit und Verantwortlichkeit eines Arbeitnehmers vermissen. Angesichts der Anzahl von mehr als 16.000 SMS Kurznachrichten und des verursachten Schadens von über 2.500,00 EUR drängt sich unweigerlich die Frage auf, ob nicht die eindeutige Pflichtverletzung des Arbeitnehmers in diesem konkreten Einzelfall schwerer wiegen müsste, als die verspätete Reaktion des Arbeitgebers.
Im Ergebnis verlangt das Arbeitsgericht Frankfurt am Main von einem Arbeitgeber nichts anderes, als dass er seine Mitarbeiter einer ständigen Kontrolle unterzieht, um rechtzeitig genug auf U…
» Vollständiger ArtikelErschienen 6. Oktober 2010 auf http://www.wkblog.de.
Betriebsrat Blog | 29. September 2010 — Obwohl ein Arbeitnehmer von seinem Diensthandy aus 16 000 private SMS verschickte, konnte der Arbeitgeber ihm nicht wirksam kün…
beck-blog | 30. September 2010 — Obwohl er von seinem Diensthandy 16 000 private SMS abgesetzt hat, darf ein Mitarbeiter der Lufthansa-Tochter LSG Sky Chefs s…
Unternehmerarbeitsrecht | 30. September 2010 — Das Arbeitsgericht Frankfurt kam in einem Kündigungsschutzprozess zudem Ergebnis, dass sowohl die zunächst ausgesprochene auß…
Unternehmerarbeitsrecht | 30. September 2010 — Das Arbeitsgericht Frankfurt kam in einem Kündigungsschutzprozess zudem Ergebnis, dass sowohl die zunächst ausgesprochene auß…
WK LEGAL Online Blog | 8. Oktober 2010 — Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main hat mit Urteil vom 23. Juni 2010, Az. 7 Ca 263/10, entschieden, dass die Kündigung eines …
WK LEGAL Online Blog | 23. Januar 2011 — Die Chancen eines gekündigter Arbeitnehmer hätten wohl besser gestanden, wenn er sich mit seinen Äußerungen im Kündigungsschutz…
WK LEGAL Online Blog | 27. Oktober 2010 — Nach Ansicht der 1. Kammer des Arbeitsgericht Bonn darf ein Mitarbeiter Arbeitgebereigentum von geringem Wert verschenken, ohne…
Unternehmerarbeitsrecht | 16. Januar 2012 — Nutzt ein Arbeitnehmer im Urlaub das Diensthandy auf Kosten des Arbeitgebers ausgiebig für private Gespräche, kann dieses Verha…
Handakte WebLAWg | 27. August 2006 — Ein Arbeitgeber darf einem Mitarbeiter, der angeblich unentschuldigt gefehlt hat, nicht ohne weiteres fristlos kündigen. Denn…
Unternehmerarbeitsrecht | 21. Februar 2011 — Kündigt ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer fristlos, ist dieser verpflichtet, das Dienstfahrzeug unverzüglich herauszugeben. Ei…