Schröder will Potenzial älterer Bürger mehr nutzen
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Berlin (Reuters) - Die Deutschen gehen immer später in Rente. Innerhalb von zehn Jahren ist das durchschnittliche Rentenzugangsalter von Männern und Frauen um fast ein Jahr auf 63,2 Jahre im Jahr 2009 gestiegen.
Diese Zahlen der Deutschen Rentenversicherung spiegeln einen langjährigen Trend wider, der auch von einer am Mittwoch vom Familienministerium vorgelegten Studie bestätigt wird. In dem sogenannten "Alterssurvey" heißt es nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung", das faktische Renteneintrittsalter sei von 2002 bis 2008 von 62 auf 63 Jahre gestiegen. Seither sei auch der Anteil der über 60-Jährigen, die noch im Beruf stünden, auf 33 Prozent gestiegen.
MÄNNER GEHEN SPÄTER IN RENTE
Nach den Zahlen der Rentenversicherung waren die Männer im Jahr 2009 mit Beginn der Altersrente im Schnitt 63,5 Jahre alt, Frauen 62,9 Jahre. Nimmt man noch die Renten wegen Erwerbsminderung hinzu, sinkt das Durchschnittsalter deutlich. Diese Gruppe inbegriffen lag das faktische Renteneintrittsalter 2009 für Männer bei 60,7 Jahren und für Frauen bei 60,6 Jahren. Die Neurentner in der Erwerbsminderungsrente waren 2009 im Schnitt rund 50 Jahre. Im Jahr 1995 waren es 52,2 Jahre.
Der von der "Süddeutschen Zeitung" zitierten Studie zufolge gibt es bei der Erwerbstätigkeit deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Bei den Männern arbeiteten knapp 40 Prozent über den 60. Geburtstag hinaus in einer festen Stelle, bei den Frauen seien es 32 Prozent in West- und 25 Prozent in Ostdeutschland.
Immer mehr Menschen nutzten die Altersteilzeit als Brücke in den Ruhestand. 2008 habe sich bereits jeder Zehnte im Alter zwischen 55 und 59 Jahren und jeder Vierte zwischen 60 und 64 darum bemüht, von einer Vollzeitstelle in die Altersteilzeit zu wechseln, berichtete die Zeitung.
Die sozialen Unterschiede im Alter würden immer größer, zitierte die Zeitung aus der Studie. Die Schere zwischen den Gutverdienenden, die sich gut versorgt fühlen, und denen, die sich echte Sorgen machen, gehe immer weiter auseinander. Rund 60 Prozent aller älteren Menschen hätten ihre finanzielle Lage als gut oder sehr gut bezeichnet. Zugleich nehme die Zahl derer zu, die gravierende Einschnitte befürchteten. Inzwischen habe fast jeder Dritte Angst vor einem deutlich sinkenden Lebensstandard.
In Deutschland und anderen Ländern streiten Politiker und Bürger über die Rente mit 67. Die Gewerkschaften lehnen die Rente mit 67 als verkappte Rentenkürzung ab. Die SPD hat eine Kursänderung bei der Rente mit 67 beschlossen. Der von ihr vor drei Jahren in der großen Koalition festgelegte Einstieg in das höhere Rentenalter ab 2012 soll bis mindestens 2015 verschoben werden. Mindestens die Hälfte der 60- bis 64-Jährigen soll sozialabgabenpflichtig beschäftigt sein, bevor die Rente mit 67 kommt. Die Bundesregierung lehnt dies ab.
Erschienen 8. September 2010 bei http://www.reuters.com.
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