Tragische Geschichte sucht Happy End!

Es freut mich sehr, dass in Blogs, Foren & Co. mittlerweile so intensiv miteinander über Mediation diskutiert, kommentiert und argumentiert wird. Mediationspolitik geht uns alle an und darf nicht von einigen wenigen Personen im stillen Kämmerlein betrieben werden.

Die Entstehung und Entwicklung verschiedener Mediationsvereine ist aus meiner Sicht grundsätzlich positiv zu bewerten. Viele Menschen können sich engagieren und viele für die Idee der Mediation begeistert werden. Mediation kann sich frei und unabhängig in verschiedene Richtungen und Ströme entwickeln. Die Vielzahl der Mediationsvereine ist der Spiegel der Heterogenität der Mediationsszene. Wenn sich Mediatoren und Mediationsorganisationen miteinander messen, steigt die Qualität der Dienstleistung. Mediation wird professionell. Ein fairer Wettbewerb dient der Mediation.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass der in der jetzigen Form geführte Wettbewerb der Mediationsbewegung eher schadet als fördert. Die gerichtliche Mediation profiliert sich im Deckmantel der Justiz. Die Entwicklung der außergerichtliche Mediation verharrt oder kommt nur stockend voran. Zudem erinnern sich viele Mediatoren an die tragischen Ereignisse des letzten Jahres. Das Deutschen Forum für Mediation war aufgrund fehlender Strukturen und Organe letztlich handlungsunfähig. Zudem haben sich BM, BAFM und BMWA wegen Arbeitsüberlastung von der Mitarbeit im Deutschen Forum für Mediation (DFfM) zurückgezogen. Die verbliebenen namhaften Mediationsvereine (beispielhaft sei nur das EUCON-Institut und die DGM genannt) haben dann das Deutsche Forum für Mediation in der heutigen handlungsfähigen Form des Vereines mit aktiven Organen weiterentwickelt. Tragischer Höhepunkt war schließlich die Klageandrohung von BM, BAFM und BMWA, da aus deren Sicht der Name DFfM nicht benutzt werden solle. Es leuchtet ein, dass es kein gutes Licht auf die Mediation wirft, wenn Mediatoren sich gegenseitig verklagen, statt ihren Konflikt mediativ zu lösen.

Anmerken möchte ich, dass das Tun der Repräsentanten der jeweiligen Mediationsvereine letztlich von den Vereinsmitgliedern getragen wird. Diese wählen demokratisch ihren Vorstand und haben in den Mitgliederversammlungen die Möglichkeit der Einflussnahme auf die Vereinspolitik. Auffällig ist, dass in vielen Mitgliederversammlungen das Thema Dachverband bzw. Mitarbeit im Deutschen Forum für Mediation nicht oder nur kaum behandelt wird. Nachdenklich stimmt mich, dass…

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Themen: Wettbewerb , Mediation , Verbände , Gerichtsmediation , Der Spiegel , Eucon
Rechtsgebiet: Wettbewerbsrecht

Erschienen 24. Februar 2010 auf http://www.adr-blog.de.

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