Tödlicher Unfall: Gutachterstreit und schlechte Spurensicherung

Freispruch oder Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung? Jegliche Verantwortung von sich weist ein 41-jähriger Mann, der am 21. Februar 2006 in einen tödlichen Unfall auf der Staatsstraße zwischen Margetshöchheim und Zell (Kreis Würzburg) verwickelt war. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, er sei wegen eines Fahrfehlers auf die Gegenfahrbahn geraten und dort frontal mit einem anderen Fahrzeug zusammengestoßen. Die 65-jährige Frau am Steuer des Kleinwagens starb an ihren schweren Verletzungen.

„Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass der Unfall auf meiner Fahrspur war und ich nichts damit zu tun habe“, beteuerte der Angeklagte am Ende einer zweitägigen aufwändigen Beweisaufnahme mit zahlreichen Zeugen und gleich sechs Sachverständigen. Auch danach ist die Anklagevertreterin davon überzeugt, dass der Fehler beim Angeklagten lag: „Es war das Augenblicksversagen eines Fahrzeugführers.“ Deshalb müsse der Unternehmer wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen von 40 Euro (4.800 Euro) verurteilt werden. Die Anwälte der Verwandten der getöteten Frau, die an dem Prozess als Nebenkläger teilnehmen, schlossen sich der Forderung an.

Die Verteidigung geht dagegen davon aus, dass der Angeklagte nach dem Grundsatz „in dubio pro reo“ freigesprochen werden muss. Die Probleme, dem 41-Jährigen die Schuld für den Unfall nachzuweisen, begannen schon am Unfallort: Der damals von der Polizei gerufene Sachverständige „hat die Spuren ni…

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Themen: Unfall , Juristisches , Staatsanwaltschaft

Erschienen 21. November 2009 auf http://www.woetzel-online.info/.

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