Tödlicher Unfall: Durfte sehbehinderter Mann Traktor fahren?

Ein Berufungsprozess gegen einen stark sehbehinderten Mann wegen fahrlässiger Tötung vor dem Würzburger Landgericht ist am Montag in den Startlöchern stecken geblieben. Ob der 48-jährige Landwirt und Winzer aus dem Kreis Kitzingen am Straßenverkehr teilnehmen durfte, als er am Ostersamstag 2005 mit seiner Traktorschaufel eine Rentnerin traf, konnte noch nicht geklärt werden.

Er sei davon ausgegangen, dass er fahren durfte, gab der Angeklagte über seinen Verteidiger zu Protokoll. Wegen einer Erkrankung ist er bereits vor Jahren auf dem linken Auge erblindet. Die Sehfähigkeit auf dem rechten Auge ist stark eingeschränkt. Allerdings sei das Auge vor dem Unfall an der Uni-Klinik in Erlangen mit Laser behandelt worden. „Danach konnte ich keine Beeinträchtigung des Sehvermögens mehr feststellen. Es war auch allgemein bekannt, dass ich Traktor und PKW fahre“, so der Angeklagte.

Er soll am 26. März 2005 im kleinen Örtchen Fahr im Kreis Kitzingen eine 74-jährige Fußgängerin übersehen und sie mit der Schaufel seines Traktors erfasst haben. Bei dem Sturz zog sich die Rentnerin einen Schädelbasisbruch zu und verstarb drei Stunden später im Krankenhaus. Der Traktorfahrer bemerkte den Unfall nicht und fuhr weiter. Wegen vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung und fahrlässiger Tötung wurde er in erster Instanz vom Amtsgericht Kitzingen zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt.

Das Amtsgericht ging unter anderem davon aus, dass der 48-Jährige …

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Themen: Traktor , Landgericht , Landwirt , Winzer , Tödlicher Unfall

Erschienen 5. Juni 2007 auf http://www.woetzel-online.info/.

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