Tödlicher Hunde-Zweikampf

Ein einziger Bissvorfall reicht nicht immer aus, einen Hund endgültig als arg bissiges und für seine Umwelt gefährliches Tier einzustufen. Allerdings muss sich der auffällig gewordene Vierbeiner danach einem Wesenstest unterziehen, so das Hamburgische Oberverwaltungsgericht (Az. 4 Bs 149/08).

Vorliegend hatte der Hund einer Frau einen heftigen Zweikampf mit einem unangeleint über ihn herfallenden Artgenossen auszustehen. Letzterer musste wegen der dabei erlittenen Verletzungen eingeschläfert werden. Der Besitzer des unterlegenen Tieres behauptete nun, der Hund der Frau habe sich nicht nur, was das Gesetz zulässt, artgerecht gegen den Angriff gewehrt, sondern sich vielemehr in Tötungsabsicht regelrecht in seinen zwar angreifenden Dackel verbissen. Weshalb die bisher verkannte Bestie nunmehr als gefährlich einzustufen und von Amts wegen entsprechend sicherzustellen sei.

Dem widersetzte sich die Hundehalterin ihres bis dahin nie auffällig gewordenen Lieblings. Und erhielt dabei die Unterstützung der Hanseatischen Oberverwaltungsrichter. Eine Einordnung als gefährlicher Hund würde das Tier nämlich einem der vier im Gesetz genannten Kategoriehunden gleichstellen und in der Regel dazu führen, dass die Halterin ihren Hund sogleich abzugeben hätte - unabhängig von etwaigen Bindungen. <…

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Rechtsgebiet: Verwaltungsrecht

Erschienen 1. Dezember 2008 auf http://www.kanzlei-finkenzeller.de/aktuell.

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