Titanic-Plakat narrt bayerische Polizisten

Es klingt zunächst wie eine Posse. Die Polizei in Taufkirchen/Bayern hat Ermittlungen aufgenommen, weil an einem Dönerstand, bei Kik und an einem Drogeriemarkt seltsame Plakate hingen. Sie zeigten alle ein Porträt Adolf Hitlers, verbunden mit der Textzeile:

Der Verfassungsschutz bittet um Mithilfe: Wer kennt diesen Mann?

Laut Süddeutscher Zeitung hat die Polizei insgesamt fünf solcher Plakate sichergestellt. Die Beamten hätten sogleich ausdrücklich spekuliert, als Täter komme ein Rechtsradikaler in Betracht. Aber auch Störfeuer von anderer Seite, im Sinne einer “Provokation des Verfassungsschutzes”, wollten sie nach dem Bericht nicht gänzlich ausschließen.

Sicher kann man von den Beamten nicht verlangen, dass sie Satirezeitschriften lesen. Aber sehr weit können die Ermittlungen noch nicht fortgeschritten gewesen sein, als sie ihre Mutmaßungen bekannt gaben. Denn immerhin wäre es wenigstens mit Hilfe von Google ziemlich leicht gewesen, wenigstens der ideologischen Quelle des Flugblatts auf die Spur zu kommen. Bei Eingabe des Textes verweist die Suchmaschine in den ersten Treffern auf Berichte zum aktuellen Titelbild der “Titanic”:

Quelle: Titanic

Die Plakate waren vom Titelbild der Titanic kopiert.

Der Fairness halber muss man einräumen, dass die Einleitung von Ermittlungen gar nicht mal so absurd ist. Kopfbilder Adolf Hitlers sind nämlich verbotene Nazi-Symbole. Jedenfalls dann, wenn sie Hitler ikonenhaft darstellen und früher amtlich verwende…

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Themen: Google , Nazi , Fairness , Titanic , Plakat , Drogeriemarkt

Erschienen 30. November 2011 auf http://www.lawblog.de.

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