Tiefensee hält nichts von Verkauf der Transrapid-Technologie

Chemnitz (Reuters) - Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee will die Transrapid-Technologie möglichst im Land halten und hier weiterentwickeln.

"Ich bleibe bei meinem Standpunkt, dass wir uns in Deutschland nicht von dieser Technologie verabschieden sollten", sagte er am Dienstag in Chemnitz. Damit reagierte der Minister auf einen Zeitungsbericht, dem zufolge ThyssenKrupp einen Verkauf der Magnetbahn-Technologie an China erwägt. "Deutschland und die Steuerzahler haben viel Geld in die Entwicklung dieser Technologie gesteckt", merkte Tiefensee an. Deutschland sollte mit diesem Pfund wuchern. "Das war und ist die Meinung des Konsortiums", sagte der Minister, der sich ansonsten aber nicht zu den angeblichen Plänen des Unternehmens äußern wollte.

In die Entwicklung des Transrapid sind in den vergangenen Jahrzehnten nach amtlichen Angaben rund 1,4 Milliarden Euro Bundesmittel geflossen. Als vor einem halben Jahr das Projekt einer Transrapid-Strecke zwischen der Münchner Innenstadt und dem nahen Flughafen wegen unerwartet massiver Kostensteigerungen scheiterte, hatten Tiefensee wie die beteiligte Wirtschaft noch betont, man sehe für diese deutsche Technologie im Ausland weiterhin Chancen und wolle an ihr festhalten.

In einem Bericht der Zeitung "Die Welt" hieß es nun aber, ThyssenKrupp wolle im Oktober Gespräche über einen möglichen Verkauf der Magnetbahn-Technologie mit China aufnehmen. Geplant sei eine Paketlösung. Danach solle mit der chinesischen Regierung eine Verlängerung der bestehenden Transrapid-Strecke in Shanghai besiegelt und zugleich die Schwebetechnik an das Land abgegeben werden. Eine Sprecherin von ThyssenKrupp Technologies wollte sich zu dem Bericht nicht konkret äußern. "Es gibt keinen neuen Kenntnisstand", sagte sie. Neben ThyssenKrupp ist vor allem der Siemens-Konzern maßgeblich beim Transrapid engagiert.

Bislang ist der Magnetschwebezug nur in Shanghai im kommerziellen Einsatz und verbindet dort den internationalen Flughafen mit dem 30 Kilometer entfernten Geschäftsviertel Pudong. Die amtliche chinesische Zeitung "Shanghai Securities News" hatte berichtet, diese Strecke solle um fast 200 Kilometer verlängert werden. Das Projekt solle in den kommenden Jahren gestartet werden und werde Shanghai mit der Touristenstadt Hangzhou in der Provinz Zhejiang verbinden.



Quelle: Reuters (19. August 2008)

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Themen: Chemnitz , China

Erschienen 19. August 2008 bei http://www.reuters.com.

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