Thugs und Thuggee

Mit Interesse habe ich einen neuen Eintrag in der Krimpedia zum Begriff “Thug” gelesen. Als jemand, dessen musikalische Sozialisation maßgeblich durch Amerikaaufenthalte in den frühen 90′er Jahren geprägt wurde, kam mir unmittelbar der US-Rapper 2Pac in den Sinn, der auf unzähligen Bildern die auf seinem Oberkörper tätowierten Wörter THUG LIFE zur Schau stellt.

Der Krimpedia-Eintrag erwähnt die Verwendung des Begriffs in der Hip-Hop Kultur, zielt jedoch wesentlich auf den spannenden Ursprung des Begriffs ab. Dieser liegt im asiatischen Raum, wo mit Thuggee eine Vereinigung von Raubmördern bezeichnet wird.

Thug ist ein englisches (ursprünglich: indisches) Wort für einen Rowdy (Schläger) und wird auch in der HipHop-Szene als Selbstbezeichnung von Rappern benutzt. Ursprünglich meinte das Wort den Angehörigen eines uralten Netzwerks von Geheimbünden in Bengalen, die sich der Göttin Kali verpflichtet fühlten und sich auf die perfekt organisierte Erdrosselung von Reisenden spezialisiert hatten. Dieses Netzwerk war die sog. Thuggee (oder tuggee, Hindi: ?????).

(Quelle: Krimpedia, Stand 21.01.2010)

Thug Life hingegen geht tatsächlich auf den Musiker Tupac Shakur zurück und ist der Name einer Rap-Formation, die 2Pac 1993 gründete; dabei steht das Akronym laut des Urban Dictionary‘ für “The Hate U Give Little Infants Fucks Everyone”.

Thug Life A word Evolved by the late Tupac Shakur. Commonly mistaken for a Criminal. Thug Life is the opposite of someone having all he needs to succeed. Thug life is when you have nothing, and succeed, when you have overcome all obstacles to reach your aim. “When my heart beats, it screams THUG LIFE.”

(Quelle: Urban Dictionary)

In dieser Lesart steht “Thug” also keineswegs für eine Glorifizierung des Rowdy- und Gangstertums, sondern zielt eher auf die (prekären) Lebensumstände und die Art der Lebensbewältigung ab.

Code of Thug Life

Diese Lebensphilosophie des THUG LIFE diente 1992 als Grundlage einer Übereinkunft von führenden Gangmitgliedern der Bloods und Crips in Kalifornien. Auf Einladung Shakurs, selbst ein Mitglied der Bloods, kamen leitende Mitglieder der verfeindeten Banden zum sog. Truc Picnic zusammen, um den Code of Thug Life zu unterzeichnen.

Die Übereinkunft stellt eine Art Mischung aus Community Policing und Gang-Kriegsrecht dar und dient dem Zweck, die mit den gewaltsamen Auseinandersetzungen verbundenen Schäden – vor allem für schwächere Gesellschaftsmitglieder und Unbeteiligte – zu beschränken.

Den Anführern der Gangs wird eine unbeschränkte Gewaltbefugnis zugesprochen (“responsible for legal/financial payment commitments to crew members”), das staatliche Gewaltmonopol kategorisch abgelehnt (“The Boys in Blue don’t run nothing; we do.”).

Code of Thug Life:

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Themen: Normen , Gewaltkriminalität , Polizei/ Policing , Aim , Ursprung , Gangs , Heart , Crips , Rap , Akronym , Thug , Headline , Bloods

Erschienen 23. Januar 2010 auf http://criminologia.de.

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Thug - Krimpedia
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