The road to hell XIX: Die selbstbewusste Feld-, Wald- und Wiesenanwältin

Wir möchten diesen Beitrag nicht falsch verstanden wissen: Auf Feld, Wald und Wiese tummeln sich begabte Kolleginnen und Kollegen. Mindestens zwei Kollegen, die wir kennen, kommen als Einzelanwälte und ganz ohne “große Kriegsbemalung” (Prof., Dr., LL.M., Fachanwalt 1-3) daher und sind doch zwei ganz, ganz Feine. Wir sprechen hier auch nicht von den BGH-Rechtsanwälten, die sich ausdrücklich als Generalisten des Rechts vermarkten und Leistungen auf höchstem Niveau erbringen; nicht zuletzt muss man als BGH-Generalist vom Wahlausschuss für die Rechtsanwälte bei dem Bundesgerichtshof benannt werden. Wir haben hier vielmehr den Ausnahmeanwalt im Auge, nämlich den Feld-, Wald- und Wiesenanwalt, dem es hinten und vorne grob an materiell- und prozessrechtlicher Kompetenz fehlt und der dies - belehrungsresistent bis zur letzten Ölung - durch korrespondiertes übermäßiges Kriegsgeschrei und ein stählernes Selbstbewusstsein wettzumachen versucht. Insoweit halten wir es bei diesem Bericht mit dem Kollegen Kleine-Cosack (hier). Was den stählernen Allgemeinanwalt angeht, wurden wir schon hart rangenommen: Wir bekamen süffisante Altherren-Empfehlungen, welche qualitativ auf eine eher akademische Laufbahn des Dozenten in den letzten 20 Jahren schließen ließen. Wir erhielten polemische Repliken, die schon auf Grund des gewählten Duktus bei uns zu Zwerchfelllähmungen führten. Und wir bekamen bis zu 12 (!) Ausrufungszeichen hinter einem Satz serviert, der nicht einmal eines verdient hatte. Eine Kollegin aus dem Einzugsbereich des Oberlandesgerichts Stuttgart hat es uns besonders angetan und wir wollen sie als Norddeutsche ein wenig “kielholen”, wohlwissend, dass sie gut gelaunt unserem Blog folgt:

Ein Onlinehändler hatte eine wettbewerbsrechtliche Serienauseinandersetzung mit einem Konkurrenten oder dessen Rechtsanwalt, genaueres lässt sich heute nicht mehr genau klären. Die Kollegin hatte sich auf Anfrage des Händlers angeboten, einen Abstecher in das Wettbewerbsrecht zu versuchen, den Delinquenten allerdings mehr oder weniger im Unklaren gelassen, dass sie dies in ihrer über 50-jährigen Karriere als Rechtsanwältin so ziemlich zum ersten Mal tat. Im vollen Bewusstsein ihres universellen juristischen Genies hatte sie es planvoll vermieden, ihre wertvolle Zeit mit der Lektüre von einführender wettbewerbsrechtlicher Fachliteratur zu verschwenden und war beherzt in medias res gegangen. Dabei hatte sie ein um’s andere Mal das “Porzellanlädle abgeräumt”, wobei sie den Laden selbstverständlich jedes Mal ohne irgendwelches Schuldbewusstsein zur Hintertür verließ. Einzig das LG München I war unter allen beteiligten Gerichten bei dieser anhaltenden Nervtöterei selbstbewusst genug, sich über das freie Treiben der Kollegin hinwegzusetzen und unter gewaltsamer Verdrängung ihrer “rechtlichen” Ausführungen ihrem Mandanten auch einmal Recht zu geben. Seine anderen Prozesse gingen unter ihrer Rigide “baden” und unser Man…

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Themen: Bundesgerichtshof , Konkurrenten , Kanzlei Intern , Road TO Hell

Erschienen 5. Januar 2012 auf http://damm-legal.de.

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