Telekom - Von Spitzelaffäre auch Betriebsräte betroffen

Düsseldorf (Reuters) - Von der Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom sind neben Aufsichtsräten und Journalisten wohl auch Betriebsräte und weitere Mitarbeiter betroffen.

Dies habe die ermittelnde Staatsanwaltschaft Bonn der Telekom mitgeteilt, teilte der Konzern am Dienstag mit. Die Staatsanwaltschaft wolle die Betroffenen nun benachrichtigen.

"Dass auch Betriebsräte bespitzelt wurden, die unter dem Schutz der Betriebsverfassung die Arbeitnehmerrechte wahren und das besondere Vertrauen der Belegschaften genießen, gibt den ungeheuerlichen Vorgängen eine zusätzliche Dimension der Anstößigkeit", sagte der neue Telekom-Vorstand für Datenschutz, Manfred Balz. Sobald ihr die Namen bekannt seien, wolle sich die Telekom bei den Betroffenen entschuldigen. Die Staatsanwaltschaft war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der Bonner Konzern hatte eingeräumt, dass es 2005 und möglicherweise auch 2006 zu Fällen missbräuchlicher Nutzung von Verbindungsdaten gekommen war. Ziel soll es gewesen sein, Kontakte auszuspähen, um so die Veröffentlichung vertraulicher Informationen in den Medien zu unterbinden. Die Telekom selbst hatte Mitte Mai Anzeige erstattet, um das Ausmaß des Missbrauchs von Verbindungsdaten und den oder die Auftraggeber herauszufinden.

Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt im Kern gegen acht Beschuldigte. Darunter sind der ehemalige Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke, der einstige Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel und der Chef einer Berliner Sicherheitsfirma, die die Daten ausgewertet haben soll. Es geht unter anderem um mögliche Verstöße gegen das Fernmeldegeheimnis und den Datenschutz.



Quelle: Reuters (11. November 2008)

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Themen: Bonn , Telekom

Erschienen 11. November 2008 bei http://www.reuters.com.

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