Taktisches Verhalten bei der Wahrheit

Am Donnerstag war Atilla Selek als letzter der vier Angeklagten im ersten Durchgang noch einmal dran. Offen gesagt: Ich war zum ersten Mal nicht persönlich dabei. Trotzdem bleibt der Prozess im Blog nicht unbeobachtet: Eine SWR-Volontärin war in Düsseldorf und hat den Verlauf der Vernehmungen mitgeschrieben.

Ihr Protokoll ergibt eindeutig, dass zumindes die Bundesanwaltschaft erhebliche Zweifel an der Aufrichtigkeit von Atilla Selek hatte. Ein “taktisches Verhalten bei der Wahrheit”, attestierte Bundesanwalt Brinkmann demnach Atilla Selek und wies mehrfach auf widersprüche hin. Ganz im Gegensatz insbesondere zu den Vernehmungen Schneider und Gelowicz, die in fast schon unheimlicher Harmonie zwischen Gericht, Bundesanwaltschaft und Verteidigung abliefen.

Lag es daran, dass Atilla Selek nicht mehr zu erzählen hatte - oder einfach nicht mehr über sein Selbstverständnis im “Jihad” erzählen wollte? War vielleicht die Erwartung zu groß, er könne insbesondere rund um Mevlüt K. sprichwörtlich “Roß und Reiter” nennen? Tatsache ist, dass Atilla Selek seinen Tatbeitrag kleinzureden versucht. Das…

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Themen: Bundesanwaltschaft , Daniel Schneider , Fritz Gelowicz , Terrorcamp , Atilla Selek , Volker Brinkmann , Selek , Mevlüt K

Erschienen 21. August 2009 auf http://www.swr.de/blog/terrorismus.

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