Täuschung im Bewerbungsgespräch
In einer aktuellen Entscheidung bestätigte das Bundesarbeitsgericht, dass ein Arbeitgeber bei Falschbeantwortung einer bei der
Einstellung zulässigerweise gestellten Frage grundsätzlich zur Anfechtung des Arbeitsvertrages wegen arglistiger Täuschung berechtigt
sein kann. Dies setze die Ursächlichkeit der Täuschung für den Abschluss des Arbeitsvertrages voraus. Wirkt sich die Täuschung im
Arbeitsverhältnis weiterhin aus, könne außerdem eine gerechtfertigt sein.
Die klagende Arbeitnehmerin, seit März 2007 bei der Beklagten im Außendienst beschäftigt, verneinte bei ihrer Einstellung die Frage
nach einer Schwerbehinderung, obwohl sie seit 1998 als Schwerbehinderte mit einem Grad der Behinderung von 50 anerkannt ist. Über
ihre Schwerbehinderung informierte die Klägerin die Beklagte erst, nachdem ihr im Oktober 2008 die Beendigung des
Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung nahegelegt wurde. Daraufhin hatte die Beklagte das Arbeitsverhältnis wegen
arglistiger Täuschung angefochten und fristlos, hilfsweise fristgemäß gekündigt.
Neben der Feststellung, dass das Arbeitsverhältnis weder durch die Anfechtung, noch durch die Kündigung beendet worden sei, begehrte
die Klägerin darüber hinaus eine Entschädigung wegen Diskriminierung. Beide Vorinstanzen gaben den Feststellungsanträgen statt und
wiesen den Entschädigungsantrag ab. Zu diesem Ergebnis kam nun auch das BAG.
Zwar könne die falsche Beantwortung einer bei der Einstellung zulässigerweise gestellten Frage den Arbeitgeber zur Anfechtung des
Arbeitsvertrages berechtigen und bei Fortwirkung der Täuschung im Arbeitsverhältnis komme auch eine Kündigung in Betracht. Dies gelte
jedoch jeweils nur, wenn die Täuschung für den Abschluss des Arbeitsvertrages auch ursächlich war. Diese Voraussetzung war im
vorliegenden Fall nicht erfüllt, da die Be…
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