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Systematisches Blutdoping bei Ullrich schon 1996? Das Gesetz des Schweigens im Radsport

am 30.04.2007 von strafblog

Systematisches Blutdoping mit EPO wirft Jef d’Hont, der frühere Masseur des “Team Telekom”, für welches unter anderem die zurückgetretenen früheren Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich und Bjarne Riis gefahren sind, den Sportlern und den Teamärzten sowie dem damaligen Team-Manager Walter Godefroot vor. In einem für heute als Vorabdruck im SPIEGEL angekündigten Buch beschuldigt d´Hont laut netzeitung zwei seinerzeit als Teamärzte eingesetzte Mediziner der Universität Freiburg, sich an einem von Godefroot organisierten und finanzierten Blutdoping-Programm beteiligt zu haben. Dazu gehöre auch der heutige T-Mobile-Teamarzt Lothar Heinrich.
“Wir mussten die Fahrer beim Dopen bremsen”, wird d´Hont zitiert, sie “wollten es, auch wenn der Teamarzt Andreas Schmid sich anfänglich sträubte”. Der Belgier war von 1992- 1996 beim Team Telekom beschäftigt, auf diese Zeit beziehen sich seine Angaben. Ullrich habe bei der Tour 1996 zu den Fahrern gehört, die Blutdoping mit Epo betrieben. “Morgens wurden die Blutwerte kontrolliert. Abends nach der Massage gab es dann im Hotelzimmer alle zwei, drei Tage neue Epo-Einheiten”, so d´Hont. Ullrich habe damals auch Wachstumshormone genommen.
d´Hont war im Jahr 2000 im Doping-Prozess gegen das Festina-Team wegen Mittäterschaft beim Doping zu neun Monaten Haft auf Bewährung und 3000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Im belgischen Fernsehen hat er auch den damaligen Telekom-Kapitän Bjarne Riis des Dopings beschuldigt.
Von “mafiösen Strukturen” im Radsport redet d´Hont, es herrsche dort ein “Gesetz des Schweigens”, die Öffentlichkeit werde für dumm verkauft.
Ullrichs früherer Teamkollege Udo Bölts, jetzt Teilzeit-Teamchef bei Gerolsteiner, will “von all dem nichts mitgekriegt” haben. Er wolle “zu diesem Schwachsinn keinen Kommentar abgeben”, soll er gegenüber dpa geäußert und hinzugefügt haben: “Man weiß, wie das läuft - da will einer Geld verdienen.”

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