Studie - Jugend blickt optimistischer in die Zukunft

Berlin (Reuters) - Trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise blicken immer mehr Jugendliche zuversichtlich in die Zukunft.

In der jüngsten Shell-Jugendstudie stieg der Anteil der Optimisten im Vergleich zur letzten Erhebung vor vier Jahren um fast zehn Prozentpunkte auf 59 Prozent. "Allerdings vergrößert sich deutlich die Kluft zwischen den Schichten", sagte Autor Mathias Albert am Dienstag bei der Vorstellung der Umfrage. So zeigten sich nur noch ein Drittel der 12- bis 25-Jährigen aus sozial benachteiligten Familien optimistisch. Am meisten Angst hätten die Jugendlichen vor Armut und Arbeitslosigkeit.

Ein ähnliches Bild zeichnete sich demnach bei der Lebenszufriedenheit: Während fast 75 Prozent der Jugendlichen zufrieden sind, liegt der Anteil bei Jugendlichen aus sozial schwächeren Schichten deutlich unter der Hälfte. Drei Viertel der Jugendlichen finden eine eigene Familie für das Lebensglück unabdingbar, aber von den über 2500 Befragten wünschen sich nur 69 Prozent eigene Kinder. "Die Jugendlichen sind sich bewusst, dass die Umsetzung des Kinderwunsches sehr schwierig sein kann", sagte Albert. Mit Familie würden viele Jugendliche eher die eigenen Eltern oder einen Partner verbinden. Dennoch habe bei jungen Männern der Kinderwunsch deutlich zugenommen: 2006 lag der Anteil bei 56 Prozent, 2010 bei 65 Prozent.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder betonte den Wert frühkindlicher Bildung, um die Kluft zwischen den sozialen Schichten zu schließen. "Sie ist der Grundstein für Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, besonders für Kinder aus sozial schwächeren Familien", sagte sie bei der Vorstellung der Studienergebnisse. Schröder will in den nächsten drei Jahren deshalb 4000 ausgewählte Kindertagesstätten mit 400 Millionen Euro unterstützen. Außerdem sollten auch Freizeitangebote und Vereine mehr auf Jugendliche aus bildungsfernen Schichten abgestimmt werden, um ihnen zusätzliche Zukunftsperspektiven zu eröffnen, forderte Schröder.

Was das politische Interesse von Jugendlichen angeht, so gebe es erste Anzeichen für eine Repolitisierung, sagte Albert. 37 Prozent bezeichneten sich als politisch interessiert im Vergleich zu 35 Prozent vor vier Jahren. Das Interesse wuchs bei jungen Leuten unter 17 Jahren, während es bei den bis 25-Jährigen abnahm. "Das könnte der Anfang vom Ende der Politikverdrossenheit sein", sagte Albert. Es gebe ein großes schlummerndes Potenzial: 77 Prozent seien zu politischen Aktivitäten bereit.



Quelle: Reuters (14. September 2010)

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Themen: Berlin , Germany , Western Europe , Europe , Education , Shell , Familien , Sozial , German Language - General , Government / Politics , Living / Lifestyle

Erschienen 14. September 2010 bei http://www.reuters.com.

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