Frauen verdienen 23 Prozent weniger als Männer
Reuters | 12. November 2009 — Berlin (Reuters) - Frauen verdienen in Deutschland fast ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen - und diese Differenz …
Berlin (Reuters) - Schon auf der untersten Sprosse der Karriereleiter erfahren junge Frauen häufig finanzielle Diskriminierung.
Nach einer am Donnerstag vorgestellten Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung verdienen sie in den ersten drei Jahren ihrer Berufstätigkeit trotz höherer Bildungsabschlüsse durchschnittlich 18,7 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Die Studie zeige, dass die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen nicht automatisch mit den nachwachsenden Generationen geglättet würden, sagte der Betreuer der Untersuchung vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Stiftung, Reinhard Bispinck. "Die Ergebnisse verweisen vielmehr auf das Fortbestehen geschlechtsspezifischer Lohndiskriminierung."
Wie die Auswertung von 16.000 Datensätzen einer Online-Befragung ergab, verdienen Berufsanfängerinnen im ersten Jahr durchschnittlich 2197 Euro brutto im Monat, Männer hingegen knapp 500 Euro mehr. Nach zehn Jahren Berufserfahrung ist der sogenannte "Gender Pay Gap" auf 730 Euro gestiegen. "Die Schere geht auseinander", sagte Bispinck. Lediglich die Frauen in zwei von 33 untersuchten Berufen, die Mathematikerinnen und Verkäuferinnen, schafften es, die Differenz in einen leichten Vorsprung umzukehren. In Ostdeutschland nehme der Einkommensunterschied dagegen ab, zudem sei er generell in Westdeutschland höher. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland laut Bispinck im oberen Drittel der Diskriminierung. Den geringsten Unterschied gebe es in Belgien mit 9,4 Prozent, den höchsten im Spanien mit 30,4. Die Einkommensungleichheit bei deutschen Frauen und Männern aller Altersgruppen liegt nach einem EU-Vergleich bei 23 Prozent.
Für die eklatante Ungleichheit schon in den ersten Berufsjahren gebe es zwar sachliche Gründe wie etwa die Berufswahl, unterschiedliche Qualifikation und Karriereunterbrechungen wegen Kindererziehung. 40 Prozent des Abstandes können laut Bispinck damit allerdings nicht erklärt werden, was auf eine Diskriminierung schließen lasse. Das 2008 konstatierte Ziel der Bundesregierung, die durchschnittliche Einkommensungleichheit bis 2015 auf zehn Prozent zu reduzieren, werde nach Meinung der Stiftungs-Expertin Astrid Ziegler wohl nicht erreicht.
Erschienen 1. Oktober 2009 bei http://www.reuters.com.
Reuters | 12. November 2009 — Berlin (Reuters) - Frauen verdienen in Deutschland fast ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen - und diese Differenz …
Reuters | 26. August 2008 — Berlin (Reuters) - Frauen verdienen noch immer deutlich weniger als Männer in denselben Berufen. Im Jahr 2006 habe der durchs…
Reuters | 8. September 2009 — Berlin (Reuters) - Frauen verdienen in Deutschland nach wie vor deutlich weniger als Männer. Die Differenz ist aber im öffent…
Reuters | 25. Oktober 2010 — Berlin (Reuters) - Frauen verdienen auch bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen…
Reuters | 27. August 2009 — Berlin (Reuters) - Die Benachteiligung von Frauen im Berufsleben fängt einer Studie zufolge bereits in der Ausbildung an. Wei…
Reuters | 25. Juni 2008 — Düsseldorf (Reuters) - Die Tariflöhne steigen 2008 so kräftig wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Sie werden durchschni…
Reuters | 29. Juli 2009 — Berlin (Reuters) - Immer mehr Frauen in Deutschland bleiben ohne Kinder. 21 Prozent der 40- bis 44-jährigen Frauen hätten kei…
Reuters | 2. November 2009 — Berlin (Reuters) - Trotz Krise fällt das tarifliche Weihnachtsgeld dieses Jahr in vielen Branchen höher aus als 2008. "Das Pl…
beck-blog | 1. Dezember 2008 — Im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hat das Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-…
Betriebsrat Blog | 2. Oktober 2009 — In den Medien ist heute wieder zu lesen, dass Frauen deutlich weniger Geld verdienen als Männer. Schon Anfang des letzten Monat…