Institut: Deutsche überschätzen Krisen-Folgen für ihre Rente
Reuters | 28. Juli 2009 — Berlin (Reuters) - Die Deutschen überschätzen nach Experten-Einschätzung die Folgen der Finanzkrise für ihre Altersversorgung. …
Berlin (Reuters) - In der Finanz- und Wirtschaftskrise legen die Deutschen weniger Geld für ihren Lebensabend zurück.
Etwa jeder sechste Berufstätige kürzte oder kündigte einer Studie zufolge Teile seiner Altersvorsorge. Zudem will gut jeder zweite Bürger seine private Vorsorge nicht weiter aufstocken, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Postbank-Umfrage hervorgeht. Ein Eigenheim werde immer beliebter und gelte als sicherste Anlageform, allerdings glaubten zunehmend weniger Menschen, im Ruhestand tatsächlich ein eigenes Dach über dem Kopf zu haben, sagte Postbank-Privatkundenvorstand Michael Meyer in Berlin und warnte: "Aus der Finanz- und Wirtschaftskrise kann jetzt eine langfristige Krise der Altersvorsorge in Deutschland werden."
Meyer plädierte wie 40 Prozent der Deutschen für eine gesetzliche Pflicht zur privaten Altersvorsorge, 34 Prozent sind allerdings dagegen. "Aus meiner Sicht wäre das durchaus ein hilfreicher Ansatz", sagte Meyer. Ein stärkerer Handlungsdruck sei zu begrüßen, zudem stoße staatliche Förderung an ihre Grenzen. So wollten junge Berufstätige künftig weniger auf die Riester-Rente zurückgreifen. Auf diese Form der privaten Vorsorge mit staatlichen Zuschüssen vertrauen bisher mehr als 12,6 Millionen Deutsche. Laut Studie ist die neue Möglichkeit einer Förderung selbst genutzten Wohneigentums für die Altersvorsorge - der sogenannte Wohn-Riester - bei vielen Menschen weitgehend unbekannt. Staatliche Zulage müssten transparenter und einfacher werden, forderte Meyer.
Rund ein Jahr nach der Pleite der US-Bank Lehman, die die weltweite Finanzkrise mitausgelöst hatte, befragte das Allensbach-Institut im Auftrag der Postbank gut 1800 Menschen. Die Postbank hat etwa 14 Millionen Privatkunden und bietet selbst zahlreiche Altervorsorge-Produkte an. Nach eigenen Angaben ist das Institut, das zu rund 25 Prozent der Deutschen Bank gehört, beim Bausparen mit seiner Tochter BHW die Nummer Zwei hinter Branchenprimus Schwäbisch-Hall.
Erschienen 6. Oktober 2009 bei http://www.reuters.com.
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